Hochwasser

Pegel der Elbe in der Prignitz leicht gefallen

Leichte Entspannung an der Elbe in Nordbrandenburg: Langsam geht das Hochwasser in der Prignitz zurück. Am Sonntagmorgen stand das Wasser am Pegel Wittenberge bei 7,16 Meter, zehn Zentimeter weniger als am Sonnabendnachmittag. "Das Wasser läuft nur ganz allmählich ab", sagte Christel Spenn von der Kreisverwaltung in Perleberg.

Entwarnung könne noch nicht gegeben werden, weil die Wasserstände sehr hoch seien. Nach wie vor gilt an dem Elbeabschnitt die höchste Alarmstufe 4. Das werde voraussichtlich auch noch die ganze Woche so sein, sagte Spenn. Für Alarmstufe 3 liege der Richtwert bei 6,30 Meter - dieser sei noch lange nicht erreicht.

Am Sonnabend hatte sich das Hochwasser mit seinem Scheitelpunkt dem Rekordstand von 2002 angenähert. Am Pegel Wittenberge waren am Nachmittag 7,26 Meter gemessen worden, seinerzeit waren es bei der verheerenden Flut 7,34 Meter. Bereits am Freitagmittag waren aus Wittenberge 7,23 Meter gemeldet worden, das entsprach dem Höchststand aus dem Jahr 2006. Inzwischen hat der Hochwasserscheitel Brandenburg passiert, wie es am Sonntag hieß.

Die Elbe in Nordbrandenburg müsse neben den eigenen Wassermassen auch noch das Wasser der Havel aufnehmen, sagte Spenn. Das trage dazu bei, dass der Pegelstand nur langsam sinke. An der Havel stand das Hochwasser am Pegel Havelberg Stadt über dem Richtwert für Alarmstufe 4 - Tendenz gleichbleibend. Dort gilt laut Hochwassermeldezentrum Potsdam die Stufe 3.

Die Deiche hielten, bislang habe es keine Probleme gegeben. Aufgetretene Sickerstellen würden repariert. Mittlerweile würden keine weiteren Sandsäcke mehr gefüllt. "Wir haben genug Reserven." Im Einsatz sind nach Kreisangaben mehrere hundert Helfer, darunter Feuerwehrleute, Polizisten und Mitarbeiter des Technischen Hilfswerkes. Die Bundeswehr sei nicht angefordert worden. "Wir gehen davon aus, dass wir das Hochwasser zunächst mit eigenen Kräften bewältigen können", sagte Spenn.

Mehrere Landespolitiker zeigten sich an der Elbe. Nachdem am Freitag Umweltministerin Anita Tack (Linke) angereist war, hatte sich am Sonnabend Innenminister Dietmar Woidke (SPD) ein Bild von der Lage gemacht. Der Minister habe sich erfreut über die Organisation aller Beteiligten im Kampf gegen das Hochwasser gezeigt, hieß es. Am Sonntag war Finanzminister Helmuth Markov (Linke) in der Region.

Kaum Veränderungen wurden von anderen Flüssen in Brandenburg gemeldet. An Oder, Schwarzer Elster und Spree gelten die Alarmstufen 1 bis 3. Nach wie vor müssen auch die Menschen im Oderbruch mit überfluteten Feldern, Kellern und Gärten leben.