Gute Bilanz

Schlösserstiftung plant für dieses Jahr attraktives Programm

2,2 Millionen Besucher zählte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) im vergangenen Jahr. Im Vergleich zu 2009 sei die Zahl um 15 Prozent gestiegen, sagt ihr Generaldirektor Hartmut Dorgerloh.

In Potsdam seien die Besucherzahlen um knapp ein Prozent, in Berlin um rund 59 Prozent gestiegen. Rund 64,4 Millionen Euro konnte die Stiftung in den vergangenen zwölf Monaten einnehmen. Im renovierten Schloss Schönhausen hat der Generaldirektor der Stiftung gestern Bilanz gezogen.

Der Erfolg basiere maßgeblich auf dem großen Zuspruch zu der Ausstellungstrilogie anlässlich des 200. Todestages von Königin Luise. Insgesamt 270 000 Besucher nutzten das Luise-Angebot im Schloss Charlottenburg, auf der Pfaueninsel und im Schloss Paretz. Die märkischen Schlösser hingegen verbuchten 13 Prozent weniger Besucher als im Vorjahr. Der Rückgang überrascht Dorgerloh nach eigenen Worten aber nicht: "Uns war klar, dass der Besucherandrang, den die Landesgartenschau dem Schlossmuseum Oranienburg 2009 beschert hat, 2010 nicht zu wiederholen war."

Die nächsten Monate stehen für die Stiftung bereits ganz im Zeichen Friedrichs des Großen. Auf dessen 300. Geburtstag am 24. Januar 2012 und die damit verbundenen Stiftungs-Aktivitäten wolle man sich verstärkt konzentrieren, sagt Dorgerloh. Doch auch dieses Jahr könne mit reizvollen Veranstaltungen und Höhepunkten aufwarten. Zum Saisonauftakt am 15. April werde das erneuerte Rondell an der Großen Fontäne unterhalb des Schlosses Sanssouci feierlich enthüllt: Marmorkopien wurden ergänzt, das Figurenensemble ist damit wieder komplett. Im renovierten Schloss Schönhausen wird eine neue Gesprächsreihe mit Prominenten aus Politik, Wirtschaft und Kunst aufgelegt: Bei den "Schlossgesprächen" werden beispielsweise Egon Bahr, Gesine Schwan und Christoph Hein über wichtige Fragen der deutsch-deutschen Geschichte diskutieren.

Erstmals stehen von diesem Jahr an im Schloss Schönhausen auch Führungen für Menschen mit Behinderung auf dem Programm. "Das spezielle Angebot richtet sich an Geh- und Sehbehinderte sowie Menschen mit eingeschränktem Wortschatz", unterstreicht Dorgerloh das Ansinnen der Stiftung, Kunst und Geschichte barrierefrei erfahrbar zu machen.

Als Hommage an das künstlerische Talent von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen (1795-1861) wird von Mai an in der Schau "Unglaublich ist sein Genie fürs Zeichnen" in den Römischen Bädern im Park Sanssouci erinnert. Als Bonbon wird die Stiftung dazu mit einem eigenen Online-Katalog ins Netz gehen. Vorerst werden ab Mai 1200 der wichtigsten Zeichnungen Friedrich Wilhelms IV. abrufbar sein. Ziel des Pilotprojekts sei es, einmal alle 7000 erhaltenen Zeichnungen des Monarchen internetgerecht aufzuarbeiten. In einer neuen Dauerausstellung im Jagdschloss Grunewald werden ab Oktober außerdem fast 30 Werke von Lucas Cranach (1472-1553) und dessen Sohn Lucas (1515-1586) zu besichtigen sein.