Justiz

Buskatastrophe: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Knapp vier Monate nach dem schweren Busunglück am Schönefelder Kreuz mit 14 Toten ist gegen die 37 Jahre alte mutmaßliche Unfallverursacherin Anklage erhoben worden. Wie die Staatsanwaltschaft in Potsdam mitteilte, ist Beatrice D. wegen fahrlässiger Tötung in 14 Fällen angeklagt.

Die Anklage stützt sich auf ein Gutachten eines Sachverständigen zum Unfallhergang. Der Frau wird vorgeworfen, am 26. September vergangenen Jahres am Ende der Autobahnauffahrt auf den Berliner Ring in Richtung Frankfurt (Oder) ihr Fahrzeug "trotz regnerischer Witterung und ungeachtet der Fahrbahnverhältnisse" zu stark beschleunigt zu haben. Nach dem Sachverständigen-Gutachten gibt es aber keine Anhaltspunkte dafür, dass der Pkw schneller als mit den auf dem Zubringer erlaubten 40 km/h unterwegs war.

Wegen der starken Beschleunigung hätten die Hinterräder des Mercedes durchgedreht; dadurch sei das Heck ausgebrochen, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit. Dabei sei der Pkw unkontrolliert von der Beschleunigungsspur auf den Fahrstreifen der A 10 geraten und mit dem aus Polen stammenden Reisebus zusammengestoßen. Der mit 49 Menschen besetzter Bus war daraufhin gegen einen Brückenpfeiler geprallt. Nach dem Willen der Staatsanwaltschaft wird sich die 37-Jährige Unfallfahrerin vor dem Landgericht Potsdam verantworten müssen. Einen Termin für den Prozess gibt es bislang noch nicht.

Beim schwersten Busunglück in den vergangenen 20 Jahren im Land Brandenburg kamen 14 Menschen ums Leben, 37 wurden verletzt. Die Insassen waren Mitarbeiter des Forstamtes Zlocieniec (Falkenburg) und deren Angehörige, die sich mit zwei Busfahrern auf der Rückreise aus dem Urlaub befanden.