Prozessauftakt

Geständnis: Eltern getötet und zerstückelt

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Es schien alles geregelt im Leben des René S. Nachbarn beschrieben den 28-Jährigen als netten, freundlichen jungen Mann. Und es war ja auch nicht ungewöhnlich, dass er noch bei seinen Eltern in ihrem idyllisch gelegenen Einfamilienhaus in Rathenow (Havelland) lebte.

Doch was sich hinter den Mauern abspielte, blieb verborgen - bis zum 13. Juli vergangenen Jahres, als Polizeibeamte die Leichen seiner Eltern fanden.

René S., angeklagt wegen Mordes und Totschlags, ließ am Dienstag zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Potsdam von seinem Verteidiger ein umfassendes Geständnis verlesen. Er habe an der Universität Potsdam Jura studiert, sich damit aber überfordert gefühlt, hieß es. Deswegen habe er Ende 2009 sogar versucht, sich selber umzubringen. Erst danach habe er seinen Eltern gebeichtet, dass er die Absicht habe, das ungeliebte Studium abzubrechen. Das war für ihn ein schwerer Schritt. Beide Eltern waren seit der Wende arbeitslos und setzten offenbar alle Hoffnungen in den Sohn, der es ohnehin schwer hatte. Er war mit verstümmelten Füßen geboren worden und ist leicht gehbehindert.

Seinen neuen Berufsplan, Finanzbeamter zu werden, hätten sie jedoch sehr ablehnend aufgenommen und ihn wegen des abgebrochenen Studiums "runtergemacht". Vor allem seine Mutter sei sehr enttäuscht gewesen, dass es mit der Traumkarriere als erfolgreicher Jurist nicht funktioniert habe. Im Juni vergangenen Jahres habe er nach Hamburg zu einem Bewerbungsgespräch für eine Ausbildung als Beamter in der Finanzverwaltung fahren wollen. Seine Eltern hätten diese Fahrt jedoch als "sinnlos" bezeichnet und ihm deutlich ihr Missfallen demonstriert. So auch am Morgen des 6. Juni. Er habe das plötzlich nicht mehr ausgehalten, hieß es in der vom Anwalt verlesenen Erklärung. "Etwas machte klick. Ich wollte nur noch meine Ruhe haben."

René S. stach zunächst auf seinen Vater mit einem Messer ein und schlug eine halbe Stunde später im Schlafzimmer seiner Mutter mit einem Hammer mehrmals auf den Kopf. Später zerstückelte er die Leichen mit einer Kettensäge, versuchte sie zu verbrennen und verbarg die Überreste in Plastikfässern, die auf dem Grundstück der Eltern standen.

Als später nach den Eltern gefragt wurde, erklärte er, sie seien zu einer Freundin der Mutter gefahren. Gefunden wurden die Leichen erst einen Monat später, nachdem Nachbarn wegen des langen Verschwindens der Eltern misstrauisch wurden und die Polizei informierten.

( mim )