Förderung

Etwa 1100 Schüler erhalten monatlich bis zu 100 Euro Bafög

Das zu diesem Schuljahr in Brandenburg eingeführte Schüler-Bafög ist aus Sicht der rot-roten Landesregierung eine "Erfolgsgeschichte" und könnte Vorbild für andere Bundesländer werden.

"Inzwischen erhalten etwa 1100 Schüler ab der 11. Klasse monatlich 50 oder 100 Euro durch das Land", sagte Bildungsminister Holger Rupprecht am Dienstag. Zusammen mit Wissenschaftsministerin Martina Münch (beide SPD) zog er eine positive erste Bilanz. Bislang seien etwa 1700 Anträge eingegangen. Die Zahl der Berechtigten wird mit etwa 2300 allerdings deutlich höher geschätzt.

Die meisten Anträge wurden bislang von Schülern aus Märkisch-Oderland eingereicht, gefolgt von den Kreisen Barnim und Oder-Spree. Am geringsten war das Interesse in Frankfurt (O.), der Prignitz und der Uckermark. Dort sind die Einkommen zwar niedriger, doch gibt es auch weniger Schüler. Ziel des Schüler-Bafögs ist es, mehr Kindern aus einkommensschwachen Familien den Weg zum Abitur oder zur Fachhochschulreife zu ebnen. Die Abiturquote in Brandenburg liegt mit 39,7 Prozent (2008/09) über dem Bundesdurchschnitt, mit 7,4 Prozent erwerben aber nur etwa halb so viele Schüler wie anderswo die Fachhochschulreife. Wissenschaftsministerin Martina Münch erhofft sich, dass künftig auch mehr Brandenburger studieren.

Mehr als die Hälfte aller bewilligten Anträge entfällt auf Empfänger von Sozialleistungen. Damit das Schüler-Bafög nicht mit den Leistungen für Hartz-IV-Empfänger verrechnet wird, änderte Brandenburg eigens das Ausbildungsförderungsgesetz. Für jene betroffenen Schüler, deren Antragsbewilligung auf 2010 befristet war, wurden inzwischen Informationsschreiben mit einem Antrag auf Verlängerung verschickt. Im vergangenen Jahr standen für das Schüler-Bafög rund 1,6 Millionen Euro bereit, 2011 sind es 3,23 Millionen.

Die Opposition im Landtag zeigt sich weiterhin skeptisch. Das Geld, so die Kritik von CDU und Grünen, komme nur jenen Schülern zugute, deren Bildungsweg ohnehin bereits feststehe.