Flugrouten

Flughafenchef verteidigt BBI-Konzept

Flughafenchef Rainer Schwarz will angesichts zunehmender Negativschlagzeilen die Öffentlichkeit in Berlin und Brandenburg vom Nutzen des künftigen Hauptstadtflughafens BBI überzeugen.

Seit die Deutsche Flugsicherung im September ihr umstrittenes Flugroutenkonzept vorgelegt habe, sei die Diskussion über diese Flugrouten immer wieder zu einer Flughafendebatte "mutiert", sagte der Manager. "Unsere Aufgabe ist es jetzt, diese Diskussion wieder auf die Flugrouten zu konzentrieren."

Auch die Flughafengesellschaft sehe bei den Routen "erheblichen Optimierungsbedarf". Wenn mithilfe der Fluglärmkommission verbesserte Routenvorschläge vorgestellt würden, werde auch die Akzeptanz des BBI in der Öffentlichkeit wieder zunehmen, zeigte sich Schwarz überzeugt. Denn der Luftfahrtstandort Berlin habe sich äußerst positiv entwickelt. "Eineinhalb Jahre vor der geplanten Eröffnung des BBI im Juni 2012 haben wir bereits die Ziele erreicht, die wir uns für das erste Betriebsjahr des neuen Flughafens vorgenommen haben", betonte Schwarz. Hierzu zählten nicht nur der neue Rekord von 22 Millionen Passagieren in Tegel und Schönefeld, sondern auch zwölf Interkontinentalverbindungen.

Auch die Lufthansa habe vor Kurzem angekündigt, ihr Engagement in der Hauptstadt im Hinblick auf die BBI-Eröffnung zu verstärken. So will die Kranich-Airline ihr "Produkt an den Nicht-Drehkreuzen Düsseldorf und Berlin restrukturieren und ihre Position verbessern", teilte der Lufthansa-Bevollmächtigte Thomas Kropp der Berliner Morgenpost mit. Die Planung der Lufthansa und ihrer acht Konzerngesellschaften habe den Eröffnungstermin des BBI am 3. Juni 2012 "im Blick", sagte Kropp.

Flughafenchef Schwarz verteidigte das Konzept, den gesamten Luftverkehr in Berlin auf den BBI zu konzentrieren und den Flughafen zu einem Drehkreuz zu entwickeln: "Ich bin nach wie vor der Meinung, dass das Konzept eines einzigen großen Flughafens für Berlin und Brandenburg die absolut richtige Entscheidung für diesen Standort gewesen ist, denn nur so können die Potenziale gebündelt und weiterentwickelt werden." In den vergangenen Wochen hatte die Fluggesellschaft Easyjet das Offenhalten von Tegel gefordert, da der neue BBI für Billigflieger zu teuer sei. Auch Lufthansa hatte die geplanten Gebühren am BBI als zu hoch bezeichnet. Die Gesellschaft sieht sich allerdings gegenüber den Billigfliegern benachteiligt und bemängelt eine Ungleichbehandlung zwischen klassischen Airlines und den Billigfliegern bei der Erhebung von Gebühren.

Die seit Januar geltende Luftverkehrssteuer hat bereits zur Reduzierung des Flugangebots geführt. Das Wachstum an den Berliner Flughäfen wird sich aufgrund der Steuer im nächsten Jahr deutlich verringern, prognostiziert Flughafenchef Schwarz. Besonders betroffen davon seien die Billigflieger. So hat Ryanair angekündigt, Strecken einzustellen. Es gebe aber keine Anzeichen, dass Easyjet und Germanwings ebenfalls die Zahl ihrer Flüge reduzieren wollten, sagte der Flughafenchef. "Insgesamt gehen wir nicht davon aus, dass wir 2011 weniger Passagiere zählen werden als 2010."