Umbau

Warschauer Straße bekommt breite Radfahrstreifen

Die Warschauer Straße ist für Radfahrer gefährlich: Sie sind häufig an Unfällen auf der Fahrbahn und auf dem Gehweg beteiligt. Deshalb plant das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg den Umbau der Straße.

Sie soll einen fast zwei Meter breiten Streifen für Radler an beiden Seiten der Fahrbahn bekommen. Mehr als 100 Autostellplätze fallen dadurch weg. Die Behörde diskutiert die Pläne derzeit mit Anwohnern und Händlern. Bei zügiger Bearbeitung könnte der Umbau noch in diesem Jahr beginnen, sagte Bürgermeister Franz Schulz (Grüne). Die Kosten werden auf etwa 2,3 Millionen Euro geschätzt. Sie sollen aus Sanierungsmitteln bezahlt werden.

Die Situation für Radfahrer auf der viel befahrenen Magistrale ist schwierig. Die meisten nutzen die Fahrbahn, einige weichen auf den engen Gehweg aus. Einer Zählung zufolge waren Radler zwischen Ende 2005 und Ende 2008 an 108 Unfällen auf der Warschauer Straße beteiligt. Es kommt zu Kollisionen, weil parkende Autofahrer eine Tür öffnen und nicht in den Rückspiegel sehen. Auch die Kreuzungen sind Unfallschwerpunkte. Vor allem die Ecke Warschauer Straße und Frankfurter Allee wird von Radfahrern gefürchtet. Denn es besteht die Gefahr, dass sie beim Überqueren der Kreuzung von den Fahrern, die rechts in die Frankfurter Allee abbiegen wollen, übersehen werden. In den neuen Plänen ist vorgesehen, dass der Radweg zwischen der Spur für Rechtsabbieger und der für geradeaus fahrende Fahrzeuge geführt wird. Dieser Vorschlag stieß bei einer Diskussion im Dezember auf Kritik. Radler befürchten, zwischen großen Lieferwagen fahren zu müssen und übersehen zu werden. Nun wird nach anderen Lösungen gesucht. Vorgeschlagen sind eine gesonderte Ampelschaltung für Radler und ein separater Weg, der über den Bürgersteig führt. Ein Planungsbüro soll die Ideen prüfen und in die Pläne einarbeiten. Dann wird es erneut eine öffentliche Diskussion geben.

Für Gewerbetreibende werden Lieferzonen auf dem Gehweg markiert. Doch Händler Peter Palm vom Antik-und-Trödel-Laden fürchtet, dass seine Kunden ausbleiben, weil sie auf dem überwiegenden Teil der Warschauer Straße keine Parkplätze mehr finden. Lediglich nahe dem Frankfurter Tor sollen Autos noch parken dürfen. Auch in den Nebenstraßen finde man keinen Platz, um das Auto abzustellen, kritisiert Anwohnerin Petra Redlich. Auch würden jetzt bereits viele Fahrer in Bereichen parken, in denen ein Halteverbot gilt. Bezirksbürgermeister Schulz hat jedoch schon angekündigt, dass die Mitarbeiter des Ordnungsamtes verstärkt die Warschauer Straße kontrollieren werden, sobald der Radfahrstreifen installiert ist. Das Bezirksamt hat außerdem eine Studie zur Parkraumbewirtschaftung im Umfeld der Straße in Auftrag gegeben. Schulz zufolge sollen die Ergebnisse präsentiert werden, sobald sie vorliegen. Außerdem könnten die Stellplätze in den Nebenstraßen effektiver angeordnet werden - etwa indem Querparken erlaubt wird. Eine Diskussion mit Gewerbetreibenden zum Straßenumbau werde Ende Januar geführt, kündigte Gaby Morr von der Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung (BSM) an, die das Vorhaben begleitet.