Rechts-Extremismus

Kauft NPD Bunker über Strohmann?

Der geplante Verkauf des einstigen Militärbunkers "Fuchsbau" bei Fürstenwalde (Oder-Spree) durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) an einen privaten Investor hat den Verfassungsschutz des Landes Brandenburg auf den Plan gerufen.

- Sicherheitskreise vermuten einen verdeckten Schachzug von NPD-Funktionären. Nach Informationen der Morgenpost soll die 7500 Quadratmeter große Immobilie mit 190 Hektar Waldfläche für rund eine Million Euro an einen Holzhändler aus Solingen (Nordrhein-Westfalen) verkauft werden. Sicherheitskreise sehen die Stiftung "Kontinent Europa" als Geldgeber des Holzhändlers. Als sogenannter "Deutschland-Beauftragter" der Stiftung fungiert der NPD-Funktionär Andreas Molau. Der ehemalige Waldorflehrer wollte im drei Kilometer entfernten Rauener Gut Johannesberg ein NPD-Schulungszentrum errichten. Molau hatte zunächst das Gut erwerben können. Wegen eines Formfehlers konnte der Kauf aber rückgängig gemacht werden.

NPD-Landeschef Klaus Beier sagte auf Anfrage der Morgenpost: "Klar ist, dass der NPD-Kreisverband Oderland einen Kauf sicherlich nicht stemmen könnte. Es gibt aber andere Möglichkeiten."

Eine genaue Prüfung des Sachverhalts sieht der SPD-Bundestagsabgeordnete Peter Danckert "als zwingend geboten an. Alles andere wäre fahrlässig. Der Bunker ist keine x-beliebige Immobilie", sagt Danckert. Der Bau ist mit brisanter Technik vollgestopft. Zu DDR-Zeiten war hier die streng geheime Luftabwehr-Zentrale des Warschauer Paktes untergebracht. Viele technische Anlagen sind noch vollfunktionsfähig. So kann man noch heute über abhörsichere Telefonleitungen mit aller Welt kommunizieren. Der jetzige Betreiber, der gemeinnützige Verein Interessengemeinschaft Bunker Fuchsbau, hat das ausprobiert. "Wir haben mit Leuten in Australien gesprochen", sagt Vereinsmitglied Wolfgang Thiede. Er hat auch an der Redlichkeit des Holzhändlers aus Solingen seine Zweifel:"Zwar gibt es Wald rings um die Bunkeranlage. Viele Teile sind aber schlichtweg nicht zu nutzen, weil es sich um ein Bergbaugefährdungsgebiet handelt." Bis 1874 wurde dort Braunkohle Untertage abgebaut. Es besteht deshalb Einsturzgefahr. Außerdem habe sich der Holzhändler bei einer Besichtigung des Geländes im Spätsommer 2008 ausschließlich für die von der Interessengemeinschaft aufwendig sanierten Bunkerräume interessiert.

BIMA-Sprecherin Melanie Matz wollte weder bestätigen noch dementieren, dass es sich beim Interessenten um den Holzhändler handelt: "Der Kaufinteressent mit dem besten Kaufangebot ist der Bundesanstalt aus anderen Grundstücksgeschäften bekannt und lediglich an der Nutzung der forstwirtschaftlichen Flächen interessiert, die den Bunker umgeben und die den eigentlichen Kaufgegenstand ausmachen."

"Der NPD-Kreisverband kann den Kauf nicht stemmen, aber es gibt andere Möglichkeiten"

NPD-Landeschef Klaus Beier