Rechtsextremismus

NPD bereitet offenbar Umzug nach Biesenthal vor

Die NPD sitzt auf dem Rauener Gut Johannesberg (Oder-Spree) auf gepackten Koffern und bereitet offenbar den Umzug nach Biesenthal (Barnim) vor. Dies bestätigt das Potsdamer Innenministerium. "Die NPD ist auf der Suche nach Ausweichstandorten.

- Das Interesse verlagert sich von Rauen nach Biesenthal", so Ministeriumssprecher Geert Piorkowski.

Auch die Eigentümerin des Gutes, die Zahnärztin Rosemarie Arenstedt, geht von einem Weggang der Rechtsextremisten aus. "Pro forma ist NPD-Anwalt Jürgen Rieger im November 2008 gegen die vom Landgericht Frankfurt (O.) verhängte Räumungsverfügung in Berufung gegangen. Wir hoffen darauf, dass die NPD bis April 2009 weg ist", so Arenstedt. NPD-Landeschef Klaus Beier will von einem Umzug nichts wissen. "Und wenn wir bis nach Karlsruhe gehen müssen, wir räumen das Gut nicht freiwillig." Doch hinter den Kulissen arbeitet man offenbar an einer Nutzung einer ehemaligen Stasi-Kaserne in Biesenthal. "Offiziell ist hier keine NPD aufgetreten. Das Gelände ist von einer Devasta GmbH in Gründung gepachtet worden. Geschäftsführer ist aber der ehemalige NPD-Kreischef von Barnim Mike Sandow", so Biesenthals Bürgermeister André Stahl. "Ich sehe das als einen Trick an. Die NPD steht kurz vor einem erneuten Verbotsverfahren. Deshalb, vermute ich, schicken die zur Tarnung ein Firmenkonstrukt nach vorne, um so doch ein Zentrum zu eröffnen", sagte Stahl weiter.