Extremismus

Nazivergleich: Kritik an OB Jakobs

Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) steht in der Kritik, nachdem er die Stürmung des Stadtparlaments durch linksautonome Jugendliche in den Medien mit den Methoden der Nationalsozialisten in Verbindung gebracht hat.

- Der Landesverband Brandenburg der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) forderte Jakobs auf, sich für die möglicherweise durch "emotionale Überforderung" ausgelöste Aussage zu entschuldigen. "Herr Jakobs mag das Benehmen thematisieren. Doch die Proteste mit den Methoden einer SA zu vergleichen, die loszog, um eine Gesellschaft zu errichten, die Andersdenkende liquidierte, ist untragbar", sagte VVN-BdA-Landesvorsitzende Hannes Püschel.

Dessen Kritik richtet sich gegen die Aussage, mit denen der Oberbürgermeister in den Potsdamer Neuesten Nachrichten zitiert wird. Jakobs sagte demnach: "Die Nazis haben auf diese Art und Weise Parlamentarier eingeschüchtert. Das sind schon dieselben Methoden. Aber man kann sie nicht auf eine Stufe stellen oder vergleichen."

Der Potsdamer Politikprofessor Jürgen Dittberner bewertet zwar die Parlamentsstürmung als "ziemlichen Tabubruch", sieht aber den NS-Vergleich kritisch. In der Weimarer Republik, so Dittberner, habe eine fest strukturierte politische Partei mit ihrem Vorgehen die Macht erobern wollen. "Man sollte wirklich sehr vorsichtig sein mit diesen Vergleichen, damit macht man meistens eine Bauchlandung", warnte Dittberner.