Land will Tierschutz als Staatsziel

ddp Potsdam - Die Potsdamer Landesregierung engagiert sich für die Verankerung des Tierschutzes im Grundgesetz. Das Kabinett trete dafür ein, den Tierschutz zum Staatsziel zu erheben, antwortete Brandenburgs Agrarminister Wolfgang Birthler (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage. Nach dem Grundsatzurteil über das Schächten sei die Debatte bundesweit in Bewegung geraten, erklärte Ministeriumssprecher Jens-Uwe Schade am Wochenende. Die CDU habe ihre Vorbehalte gegen die SPD-Pläne aufgegeben.

Damit seien die Aussichten gut, dass «noch im laufenden Jahr» sowohl im Bundestag als auch im Bundesrat die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit für eine Grundgesetz-Änderung zustande kommt, sagte der Ministeriumssprecher weiter.

Der Landesnaturschutzbericht konstatiert in Brandenburg eine Artenvielfalt, «die in Deutschland und Europa ihresgleichen sucht». Der Bestand mehrerer geschützter Arten entwickle sich positiv, heißt es im Bericht.

Grund zur Freude gibt es dennoch nicht, denn die Tierschützer gehen davon aus, dass immer noch insgesamt 45 Prozent der im Land Brandenburg lebenden Arten im Bestand gefährdet sind. Bei Vögeln stehen noch insgesamt 95 Arten auf der «Roten Liste» der von Aussterben bedrohten Tiere, im Jahr 1992 waren es 85 Arten (39,8 Prozent). Rückläufig sind nach Ministeriums-Angaben zum Beispiel die Bestände bei Schreiadler und Schwarzstorch.

Eine wachsende Gefahr für Tiere bildet die Zerschneidung der märkischen Landschaft durch Straßen, auf denen außerdem wesentlich schneller gefahren wird als früher. Besonders Fischotter und Lurche werden häufig von Autos überfahren.

Darüber hinaus, so die Experten, gefährden Düngung und Überdüngung der Felder und Böden nach wie vor viele Tier- und Pflanzenarten, die nur auf nährstoffarmen Flächen gedeihen, also eigentliche Gewächse der märkischen Streusandbüchse sind.