Grüße aus Potsdam mit verschwundenen Ansichten

Foto: Dietmar Horn

Potsdam - Irgendwann hatte er es über, da wollte der Potsdamer Sammler Ulrich Friedel seine Postkarten, die er seit mehr als zehn Jahren vom historischen Potsdam sammelt, einfach nicht mehr länger allein anschauen. Mehr als 300 hatte er da schon erworben. Davon sollte auch die Öffentlichkeit etwas haben: Rund 100 sind jetzt in einer kleinen Ausstellung im Potsdamer Altersheim Residenz Heilig-Geist-Park zu sehen.

Die zum Teil handkolorierten Stücke aus der Zeit um 1900 zeigen Potsdam von einer Seite, die heute gar nicht mehr existiert. Neben Stadtschloss und Garnisonkirche, die häufig fotografiert und als Motiv mit lieben Urlaubsgrüßen verschickt wurden, sind auch ausgesprochene Raritäten zu sehen, wie beispielsweise das Tabakkollegium des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. auf dem Bassinplatz, das spurlos verschwundene Steubendenkmal und das abgetragene Berliner Tor. Auch die alte Glienicker Brücke vor 1900 ist zu sehen, eine gemauerte Brücke, die schließlich für die Schifffahrt dem heutigen Bau mit seiner größeren Durchfahrtshöhe weichen musste. So heißt die Ausstellung denn auch nicht von ungefähr «Verschwundene Ansichten».

Ulrich Friedel, von Beruf Bauingenieur beim Energieversorger Edis, kam über das Briefmarkensammeln zur Postkarte. Kein ganz billiges Hobby, denn die guten Stücke kosten schon mal 20 Euro und mehr. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis Ende Dezember täglich von 9 - 18 Uhr in der Residenz Heilig-Geist-Park, Burgstraße/Ecke Heilig-Geist-Straße, Potsdam. D.S.