Ermittlungen gegen Ourmazd offiziell bestätigt

Potsdam - Das Brandenburger Wissenschaftsministerium hat jetzt offiziell bestätigt, dass gegen Abbas Ourmazd, den Vorstandsvorsitzenden der Communicant AG, die in Frankfurt (O.) die Chipfabrik bauen soll, ein Disziplinarverfahren läuft. Staatssekretär Christoph Helm sagte zur Berliner Morgenpost, das Verfahren sei bereits 2002 eingeleitet worden. Da es sich um ein schwebendes Verfahren handele, könne er sich zum Inhalt nicht äußern.

Der 47-jährige Ourmazd stand bis September an der Spitze des staatlichen Instituts für Halbleiterphysik (IHP). Von diesem Amt ist der Professor bis März dieses Jahres beurlaubt, nachdem er zur Chipfabrik-Bauherrin Communicant wechselte. Es besteht nach Informationen der Berliner Morgenpost der Verdacht, dass es bei Verhandlungen zwischen dem IHP und Communicant zu Interessenskollisionen gekommen ist - "mit negativen Auswirkungen für die Forschungseinrichtung". Das IHP hat nicht nur die Technologie für die Chipfabrik entwickelt, sondern ist auch daran beteiligt.

Als die Verträge zum Bau der Chipfabrik ausgehandelt wurden, war Ourmazd Direktor des IHP und gleichzeitig Communicant-Aufsichtsratschef sowie Communicant-Miteigentümer. Daher wird nun geprüft, ob er die Interessen des IHP, das zu je 50 Prozent dem Bund und dem Land Brandenburg gehört, ausreichend umgesetzt hat. Ourmazd selbst wollte zu den Vorwürfen gestern nicht Stellung nehmen.

Brandenburgs Wissenschaftsministerium und die Communicant AG wiesen unterdessen einen Bericht des Fernsehmagazins Klartext zurück, wonach der Produktionsstandort Frankfurt (O.) in den Verträgen nicht mehr festgeschrieben sei. Bei dem Vertrag, auf den Klartext anspiele, handele es sich lediglich um einen Technologie-Auftragsvertrag, erläuterte Communicant-Sprecher Wulf Buschardt. "Die Standortfrage hat darin nichts zu suchen." Daher sei sie gestrichen worden. Frankfurt als Standort sei dagegen im Investitions-Gesellschafter-Vertrag vom 24. Mai 2002 geregelt. Auch in einem schon am 30. April geschlossenen Business-Partnerschaftsabkommen verpflichte sich Communicant, die zweite Anlage in Dubai erst 18 Monate nach der in Frankfurt (O.) zu bauen.

gma/do