Polizei schießt mit «Action 4»

Potsdam - Die 8200 Brandenburger Polizisten tragen künftig Waffen mit neuer Munition. Nach umfangreichen Tests lösen die Patronen mit dem Namen «Action 4» die bisherigen Vollmantelgeschosse ab. Wie von der Innenministerkonferenz 1999 empfohlen, entschied sich Bayern bereits vor zwei Jahren für die so genannte Mann stoppende Munition. Berlin will Ende Januar nachziehen.

Die neuen Geschosse treffen mit einer geringeren Restenergie auf ihr Ziel. Sie dringen damit weniger tief in den Körper ein. Dadurch sinken die Abprallgefahr und das Risiko für Unbeteiligte durch Querschläger.

Anlass für die Umstellung war ein Polizeieinsatz 1999 in München. Ein psychisch verwirrter Mann hatte auf seinen Bruder eingestochen. Als der Täter die Polizei bedrohte, schoss eine Beamtin. Ein Schuss durchschlug den Körper des Mannes und bohrte sich in die Schläfe des hinter ihm stehenden Bruders. Beide Männer starben.

Die Polizeigewerkschaften in Brandenburg begrüßten gestern die Einführung der neuen Patronen. Damit würde auch der Einsatz gegen Kampfhunde erleichtert. Durch ihre hohe Durchschlagkraft hatte die bisherige Munition keine sofortige Stoppwirkung. Außerdem bestand die Gefahr, dass umstehende Menschen getroffen werden. Jetzt sind auch die Patronen des Typs «Action 1» überflüssig geworden, die vorübergehend in Funkwagen mitgeführt wurden. Sie durften nur gegen Tiere eingesetzt werden.

CDU-Innenexperte Sven Petke sieht die Bevölkerung durch die Umstellung besser geschützt. Und: «Der Polizist greift ohnehin nur im äußersten Fall zur Waffe.» gma