Grunewald

Die Frau, die Kindern das Waldleben nahe bringen will

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Was für andere der Spielplatz ist, ist für die Kinder der „Kita auf vier Pfoten“ der Wald.

Bei jedem Wetter geht Nina Filges, die Leiterin der Kita, mit den Kindern in den Grunewald. „Nur nicht bei minus 20 Grad“, schränkt sie lachend ein. Dabei sind ihre Kollegin Kati Kulczycka, die vier Hunde Fila, Leo, Elsa und Henk. Die ganz Kleinen kommen in eine Art Bollerwagen, die Größeren laufen. Mit schnellem Schritt. Diese Kinder sind es ganz offensichtlich gewohnt, Strecke zu machen. Vor sechs Jahren hat die 31-jährige Nina Filges im Grunewald eine Waldkita gegründet. Die ersten Jahre in einem Bauwagen, seit einigen Monaten in „festen“ Räumlichkeiten in Waldnähe.

18 Kindern zwischen zwei und sechs Jahren werden in der Kita betreut, die meiste Zeit draußen. Die Hunde unterstützen die pädagogische Arbeit, zum Beispiel motivieren sie die Kinder beim Weg in den Wald. Tiere gehören zum Konzept der Kita, darum geht es auch einmal in der Woche zum Reiten, ein Angebot, das es sonst kaum in Kitas gibt. Kaninchen und Meerschweinchen gibt es demnächst auch noch. „Wir hatten schon mal welche am Bauwagen, aber dann kam der Fuchs“, erzählt Nina Filges. Für die Kinder eine traurige Erfahrung, aber zugleich haben sie viel über den Lauf der Natur gelernt. Das müssen sie auch, wenn sie jeden Tag im Wald sind.

Für Kinder, die neu in die Kita kommen, gibt es eine Art Überlebenstraining. Dabei werden sie zum Beispiel auf eine Begegnung mit Wildschweinen vorbereitet. „Das kommt schon mal vor“, sagt die Erzieherin, und dann heißt es: zu einem Baum laufen und still stehen, bis die Tiere weg sind. Das habe bisher immer geklappt, versichert Nina Filges, passiert sei nie etwas. Und die Kinder passen auch gut aufeinander auf. Gerade entfernt sich ein Zweijähriger von der Gruppe, aber gleich ruft ein anderer: „Moritz, du darfst nicht so tief in den Wald.“

Die Idee zur Wald-Kita mit Tieren kam Nina Filges nach ihrer Ausbildung zur Erzieherin. „Drinnen fand ich es immer viel zu laut, zu stickig und stressig, draußen waren die Kinder viel entspannter – und ich auch.“