Comeback

Flughafen Tegel

Totgesagte leben länger, das weiß der Volksmund.

Damit ein längeres Leben aber zur Auferstehung wird, muss es in Berlin stattfinden und etwas mit Luftfahrt zu tun haben. Tegel, das war ein Flughafen, der so sehr Flughafen war, dass er sich nie wie ein Airport anfühlte; keine ewig langen Rollbänder, keine pompösen Duty-Free-Shops – „Buy three, get one free“ –, nur wenige huschende, leicht schwitzende Geschäftsleute in ihren Anzügen und keine indischen Großfamilien, die Holzklasse in ihren Moloch zurückreisten. Tegel, das ist nun ein Flughafen, der irgendwie Airport sein muss, ohne es zu können und es je gewollt zu haben; weil der deutsche Sprache die Worte für das ausgegangen sind, was rund um den Flughafen passiert oder eben nicht passiert, der nun ein echter Airport sein soll.

Machen wir uns nichts vor: Die Millionen Euro, die in die Sanierung Tegels fließen, werden nicht dadurch weniger blödsinnig, weil man anderswo mit Milliarden hantiert. Für eine Stadt wie Berlin ist das Ding einfach zu klein, viel zu klein, weil Berlin größer und größer werden will und wird. Und doch lebt fort, was so viele lieben, ein Stück Vergangenheit, die nicht schlecht sein darf in dieser Stadt, die so viel Schrott von gestern mit sich herumschleppt. Ein Rundgang durchs Terminal A mit seinen kurzen Wegen, seinen Restaurants und winzigen Shops, das ist die Zeit, in der man Linie flog und das etwas Besonderes war, als es in Berlin noch keinen Easyjet way oft life gab. Und vielleicht, so überkommt es einen, war früher ja wirklich alles übersichtlicher und leichter zu durchschauen und freundlicher. Vielleicht war früher alles besser.