Comeback

Hartmut Mehdorn

Man kann sich ja schon mal fragen, warum in der Debatte, wer denn den Flughafen BER nun eigentlich noch retten soll, keiner früher auf ihn gekommen ist.

Denken wir doch einmal kurz zurück: Es ist 2006, in Deutschland freuen sich alle auf ein Sommermärchen namens Fußball-Weltmeisterschaft. Jürgen Klinsmann hat schon die Ärmel hochgekrempelt und Jogi Löw die Taktikstecktafel abgestaubt, doch der Hauptstadtbahnhof, er wird nicht fertig. Oder doch? Hartmut Mehdorn greift durch, kürzt die Glasüberdachung auf Stummellänge und verordnet dem Kellergeschoss schlichte Lochblechdecken. Er handelt sich deshalb jede Menge Ärger mit dem Architekten ein, reduziert aber andererseits die Kosten und kann den Glaspalast noch im Mai eröffnen. Man kann ja viel über ihn sagen, über seine mitunter etwas handfeste Art zum Beispiel, und den Unwillen, diplomatische Schleifen um den heißen Brei herum zu fliegen, aber eines muss man doch festhalten: Der Mann kann Großbaustelle.

Und dazu gehört es halt, manchmal auf den Putz zu hauen, und zwar mit Hau-den-Lukas-Stärke. Zu den Bildern des Jahres gehört schon jetzt der Gesichtsausdruck Matthias Platzecks in dem Moment, als Mehdorn auf der ersten Pressekonferenz in seiner neuen Funktion als Flughafenchef einfach mal frohgemut in die Runde fragte, warum man Tegel nicht einfach für Chartermaschinen geöffnet lassen könnte. Natürlich sind solche Ideen illusorisch, aber sie sind alles andere als sinnlos: denn der Karren steckt, seien wir ehrlich, kilometertief im Dreck, und da man muss man alle Optionen prüfen, auch die unmöglichen.