Berliner Merkwürdigkeit

Die Döner-Revolution

Ein Mann schnippelt mit einem langen Messer das Fleisch vom Grill - so ist man es an der Dönerbude gewohnt. Das soll sich ändern: Die türkische Firma Alkadur will mit Döner-Robotern die Welt erobern. Erste Maschinen sind schon im Einsatz, auch in Deutschland. Nun aber soll es richtig losgehen: Auf der Berliner Döner-Messe Döga wird der "A-DR-V1003" am 27. März vorgestellt.

Darauf folgt eine Werbekampagne. Kommt die Döner-Revolution? Mit Korkmaz Altun, Verkaufsleiter von Alkadur, sprach Boris Kalnoky.


Berliner Illustrirte Zeitung: Ist Ihr "Döner-Roboter" wirklich das erste automatische Dönergerät der Welt? Es scheint ein anderes Patent aus dem Jahr 2008 zu geben, allerdings ohne die Digitalkamera Ihres Roboters.

Korkmaz Altun: Wir wissen, dass vielerorts an vergleichbaren Konzepten gearbeitet wurde, aber unser Roboter ist wirklich der erste und einzige vollautomatische Dönerroboter auf dem Markt. Er ist weltweit patentiert.

Berliner Illustrirte Zeitung: Also gut, was kann er denn, was der herkömmliche Dönerverkäufer nicht kann?

Altun: Der Dönerverkäufer muss gar nichts mehr können, wenn er an unserem Gerät arbeitet. Ganz alleine grillt unser Gerät einen perfekten Döner, schneidet ihn gleichmäßig und perfekt in gewünschter Größe, ohne aufs Fleisch zu niesen oder zu husten oder Barthaare zu verlieren. Es ist also viel hygienischer. Man braucht keine Erfahrung, um die Maschine zu bedienen.

Berliner Illustrirte Zeitung: Wie funktioniert die Maschine?

Altun: Eine Digitalkamera als Sensor sorgt dafür, dass die Klinge immer richtig angebracht wird. Es ist also nicht mehr wie bisher nötig, perfekt geformte Dönerzylinder zu haben, damit der Koch gut schneiden kann. Das Grillen wird von einer Software gelenkt, bei deren Entwicklung Döner-Chefköche ihr Fachwissen einbrachten.

Berliner Illustrirte Zeitung: Wie stabil ist der Roboter - wie schnell geht er denn kaputt?

Altun: Wir geben zwei Jahre Garantie und 5 Jahre Service-Garantie. Technisch haben wir in dem einen Jahr seit dem ersten Einsatz unserer Roboter nur gute Erfahrungen gemacht.

Berliner Illustrirte Zeitung: Bedeutet das alles Personaleinsparungen bei den Dönerbetreibern? Ist das denn gut für die Türkei?

Altun: Betreiber von Dönergrills können mit unserer Maschine Personalkosten sparen - die Maschine arbeitet nonstop, und man braucht keinen Fachmann, um gute Resultate zu erzielen. Das bedeutet, dass Investoren überall auf der Welt Dönerbuden aufmachen können, auch wenn sie keine Arbeitskräfte mit Fachwissen dafür finden. Und natürlich braucht man für Maschinen kein Gehalt oder Sozialversicherung oder dergleichen.

Berliner Illustrirte Zeitung: Sind denn schon Roboter im Einsatz, und wie sind die Reaktionen?

Altun: Ja, wir haben unsere Roboter im vergangenen Jahr unter anderem bereits nach Berlin, Ulm, Göteborg, Warschau, und natürlich hier in der Türkei verkauft. Die Reaktionen sind sehr gut und wir bemühen uns nun, den vielen Bestellungen gerecht zu werden. Betreiber schätzen die Wirtschaftlichkeit, und die Konsumenten finden die Hygiene dieser Maschinen gut.

Berliner Illustrirte Zeitung: Wie reagieren die Kunden, wenn sie eine solche Maschine sehen?

Altun: Sehr positiv. Hier in der Türkei sind viele fasziniert von dem Schauspiel des arbeitenden Roboters. Viele Kunden sagen dann, sie wollen auch einen solchen Dönerstand bei sich in der Nachbarschaft sehen.

Berliner Illustrirte Zeitung: Wie viel kostet der Roboter?

Altun: Wir werden unseren Roboter am 27. März bei der Döga in Berlin vorstellen (die Kontaktmesse der Döner-Gastronomie) und dann mit Reklamepreise eine Werbekampagne starten. Damit wird unser Gerät zunächst in Europa, dann weltweit Verbreitung finden.

Berliner Illustrirte Zeitung: Auf welchen Markt setzen Sie vor allem, den deutschen oder den türkischen?

Altun: Diese beiden, aber dazu auch Spanien, England und die USA.

Berliner Illustrirte Zeitung: Die Döner-Revolution ist also da?

Altun: Es ist eine echte Innovation. Döner-Standards in der ganzen Welt werden dadurch steigen, und es wird Dönerbuden geben, wo es bisher aus Mangel an qualifizierten Arbeitskräften keine gab. Es wird sich vieles ändern.