Gasag verschenkt Land - Cheruskerpark wird größer

Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg hat die Nordspitze des Gasag-Geländes an der Torgauer Straße in ihr Fachvermögen übernommen.

Schöneberg Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg hat die Nordspitze des Gasag-Geländes an der Torgauer Straße in ihr Fachvermögen übernommen. "Ein großer Verhandlungserfolg", sagt Stadtentwicklungsdezernentin Elisabeth Ziemer (Grüne). Die Gasag habe dem Bezirk das Areal geschenkt "und obendrein noch 700 000 Euro, damit wir dort eine Grünanlage schaffen können."

Damit kann nun die Erweiterung des angrenzenden Cheruskerparks beginnen. Allerdings gibt es einen Pferdefuß: Die Gasag hatte die Totalsanierung der Altlasten auf dem Gelände als zu teuer abgelehnt. Bei Bodenuntersuchungen war 2002 festgestellt worden, dass das Gasometer-Gelände mit der krebserregenden Chemikalie Benzo(A)pyren verseucht ist. Die Verseuchung stammt noch aus Zeiten, in denen dort ein Gaswerk war. Heute steht auf dem 260 000 Quadratmeter-Grundstück nur noch das unter Denkmalschutz stehende Stahlgerüst des Gasometers, Baujahr 1909, sowie einige Gebäude, in denen technische Dienste untergebracht sind.

Das Bezirksamt vertritt die Auffassung, dass die vom Gasversorger angebotene Abdeckelung des belasteten Bodens "unter Einhaltung der Prüfwerte ein vertretbarer Weg ist, um die Erholungsansprüche der Bevölkerung zu verbessern", heißt es in einer Mitteilung des Bezirksamtes an die Bezirksverordneten.

Nun muss auch noch der Finanzsenator dem großzügigen Geschenk zustimmen: Der Bezirk übernimmt nämlich mit der Grundstücksübertragung auch Pflege- und Unterhaltskosten. Laut Berechnung des Bezirks liegen diese plus Müllentsorgung bei mehr als 30 000 Euro pro Jahr.

ij