Kleistpark als Open-air-Arena

Operette, Musical, Evergreens, Pop und Schlager - für jeden soll etwas dabei sein. Am 29. Juli beginnt im Kleistpark ein neuntägiges Musikfestival, das es so noch nicht gegeben hat. Die Grünanlage zwischen Potsdamer Straße und Kammergericht kommt damit zu neuen Ehren - und für den Bezirk tut sich neben dem Image-Gewinn auch eine neue Einnahmequelle auf. Die Besucher finanzieren mit einem Euro ihres Ticketpreises die Sanierung der Königskolonnaden.

Bisher hatte es im Kleistpark nur sommerliche Jazz-Frühschoppen gegeben. Das neue Musikfestival in anderer Größenordnung hat der Bezirk einem alten Schöneberger zu verdanken. Michael Wuscher von der BBI Consulting GmbH erinnerte sich auf der Suche nach einem geeigneten Ort für den Musikmarathon an den Kleistpark "wo ich früher mal um die Ecke gewohnt habe". Er ist begeistert, wie der Bezirk ihn von Anfang an unterstützte. Jetzt hofft der Veranstalter an jedem Abend mit mehr als 3000 Besuchern. "Der Kartenverkauf hat gerade etwas angezogen", sagt BBI-Sprecher Andreas Bromba. Erstaunlich ist das Staraufgebot des Festes unter der Schirmherrschaft von Bezirksbürgermeister Ekkehard Band (SPD). Gleich drei Tage lang, vom 29. Juli bis 31. Juli, wollen Operettenstars wie Jopi Heesters, Anna Maria Kaufmann, Eva Lind und René und Nathalie Kollo mit dem Berliner Kammerorchester die Besucher von 19.30 bis 22 Uhr (Sonntag schon 18 Uhr) begeistern. Am Montag, 1. August, sind mit Klazz Brothers & Cuba Percussion lateinamerikanische Klänge zu hören, am 2. August stehen eine Frank-Sinatra-Gala, und am 3. dann Musicals auf dem Programm. Um Volksmusik dreht sich alles am 4. August, der Abend mit Abba-Hits findet am 5. statt, und Teenager-Idol Yvonne Catterfeld tritt am Sonnabend, 6. August, ab 19.30 Uhr als letzte beim Kleistpark-Festival auf. "Das Musikfestival ist ein Event in Zeiten von Hartz", sagt Bromba. Es müßten nicht immer der Gendarmenmarkt und Champagner sein. Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger oder andere Ermäßigungsberechtigte können am 28. Juli um 19.30 Uhr für 5 Euro (an der Abendkasse, geöffnet ab 17.30 Uhr) die Generalprobe der Operettengala sehen. Andere Tickets von 19,50 bis 59 Euro an der Abendkasse oder im Vorverkauf.