Charlottenburg-Wilmersdorf

Teufelsberg soll an den Kalten Krieg erinnern

Luxuswohnungen, Hotel, Friedens-Universität, öffentlicher Park - Pläne für die Zukunft des 115 Meter hohen Teufelsbergs gab und gibt es viele. Bislang wurde kein Konzept umgesetzt. Die geschichtsträchtige Anlage verfällt sei Jahren.

Jetzt melden sich US-Militär-Veteranen, die in Europa gedient haben, mit neuen Plänen zu Wort: Sie wollen die ehemalige US-Abhörstation auf dem Teufelsberg als Denkmal des Kalten Kriegs erhalten.

Der Verein Amerikanischer Militär-Veteranen "The U.S. Field Station Berlin Veterans Group" hat für die Umsetzung dieser Idee eine Kampagne gestartet. "Der heutige Zeitpunkt ist günstig für den Beginn der Aktion", sagt Mark Hooker, der von 1974 bis 1977 in Berlin war und heute im US-Staat Indiana lebt. Denn in diesem Jahr werde der 20. Jahrestag des Mauerfalls gefeiert.

Das Grundstück auf dem Teufelsberg gehört der "Maharishi-Weltfriedensstiftung", die durch die Kunst des "yogischen Fliegens" bekannt ist. "Wir haben den Kaufvertrag unterschrieben", sagt Maharishi-Geschäftsführer Emanuel Schiffgens. Verkäufer ist die Investorengemeinschaft Teufelsberg (IGTB). "Eigentumsrechtlich gehört das Grundstück noch uns, weil es noch nicht bezahlt worden ist", sagt Geschäftsführer Hanfried Schütte. Die Maharishi-Stiftung beabsichtigt, auf dem Teufelsberg einen 50 Meter hohen "Turm der Unbesiegbarkeit" zu bauen. Dazu ist eine Friedens-Universität für 1000 Studenten geplant. Bauskosten insgesamt: 120 Millionen Euro. "Wir halten an unseren Plänen fest", sagt Schiffgens. Von der Idee, ein Denkmal des Kalten Krieges zu errichten, halte er nichts. "Der Kalte Krieg ist vorbei, man sollte ihn nicht verewigen", sagt der Geschäftsführer. Er denke eher daran, mit dem "Turm der Unbesiegbarkeit" ein Denkmal für die deutsche Einheit zu schaffen.

Bei der Umsetzung des Projekts gibt es allerdings ein Problem: "Für das Grundstück gibt es kein Baurecht", sagt Klaus-Dieter Gröhler (CDU), Baustadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf. Daran werde sich auch nichts ändern. Das Land sei planungsrechtlich Waldfläche. Ob sich die Idee der amerikanischen Veteranen umsetzen lasse, könne er nicht einschätzen.

Baurecht seit 2004 verfallen

Vor mehr als zehn Jahren war die Lage anders: Als die Investorengemeinschaft Teufelsberg 1996 das Gelände für 2,65 Millionen Euro erwarb, galt noch Baurecht. Bis 2001 sollten Lofts, Gastronomie, ein Hotel und ein Spionage-Museum entstehen. Nachdem bis 2004 kein Baufortschritt zu sehen war, hob Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) den Vertrag mit den Investoren auf und erklärte das Gebiet planungsrechtlich zur Grünfläche.

Um ihre Pläne doch noch durchsetzen zu können, hat sich die "Maharishi-Weltfriedensstiftung" an Bundeskanzlerin Angelika Merkel gewandt. Eine Antwort haben die Yogi-Flieger noch nicht erhalten.