Reinhardt-Höfe saniert

Die meisten Altbauten in Mitte sind saniert, viele Baulücken wurden in den letzten Jahren geschlossen. Die Unternehmensgruppe Meermann hat sich dabei besonders engagiert. Wir stellen einige bemerkenswerte Projekte vor.

Der Schandfleck im Herzen des Regierungsviertels an der belebten Ecke Reinhardt- und Luisenstraße ist beseitigt. Aus den zuvor düsteren, heruntergekommenen Wohnhäusern entstand das Ensemble der Reinhardt-Höfe. Die Höfe sind eine Kombination aus hochwertig sanierten Alt- und modernen Neubauten. "Die letzte Baulücke am Karlplatz im Regierungs- und Medienviertel konnte so geschlossen werden", freut sich Heinz Meermann, Chef der gleichnamigen Unternehmensgruppe und Projektentwickler. Gesamtkosten des Projektes: 44 Millionen Euro.

Die zwei Altbauten des Objektes stammen aus der Zeit der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert und beherbergten einst fürstliche Wohnungen mit bis zu 250 Quadratmetern. In knapp zwölfmonatiger Bauzeit wurden die alten Gebäude zum Teil detailgetreu (unter anderem mit Stuckdecken sowie verzierten Türen und Fenstern) saniert. "Alles in Absprache und mit Unterstützung der Denkmalpflege", betont Meermann. Mit den beiden Neubauten wuchs alles zu einer gelungenen Kombination. Während im Erdgeschoß und der ersten Etage Büro- und Gewerbeflächen Platz finden, ist der übrige Teil der Reinhardt-Höfe als Wohnraum zu mieten. Das allerdings für den "gehobenen Geldbeutel" (10 Euro pro Quadratmeter).

Etwas überspitzt könnte man Heinz Meermann durchaus als einen der Hüter denkmalgeschützter Bausubstanz im Hauptstadtbezirk bezeichnen. Allein 45 Wohn- und Geschäftshäuser wurden von Heinz Meermann und seiner Unternehmensgruppe in den letzten Jahren vor dem Verfall, beziehungsweise einer Schlichtsanierung gerettet. So gehören neben anderen das Denkmal-Ensemble am Kupfergraben 6/Bauhofstraße (gegenüber dem Pergamonmuseum), Am Zirkus 3 a (gegenüber dem Berliner Ensemble), Prinz-Albrecht-Karree (teilweise Neubau Albrechtstraße) oder das historische Eckgebäude Tucholsky-/Linienstraße zu den sanierten Objekten.

Heinz Meermann, der mit seinem Sohn Andreas im Spreekarree am Schiffbauerdamm/Friedrichstraße den Hauptsitz des gemeinsamen Unternehmens hat, kam 1992 aus dem westfälischen Soest nach Berlin und besetzte eine Lücke auf dem Immobilienmarkt. "Wir sanieren Altbauten und Baudenkmäler bis ins Detail", sagt er. Inzwischen liegt sein Projektvolumen insgesamt bei mehr als einer halben Milliarde Euro.

"Meermann ist ein Glücksfall für Berlins Mitte", ist aus der Landesdenkmalbehörde zu hören. Durch seine Initiative habe viel historische Bausubstanz gerettet werden können. Der 57 Jahre alte gelernte Kaufmann hört das gern. Kein Wunder, daß auch er die Zusammenarbeit mit den Denkmalschützern in höchsten Tönen lobt: "Eigentlich geschieht alles in enger Absprache, wir tauschen Pläne aus und ergänzen uns gegenseitig", freut sich Meermann.

Die nächsten Sanierungsprojekte sind bereits terminiert. So wird am Schiffbauerdamm 12 (neben der Bahnüberführung Bahnhof Friedrichstraße) ab Januar das marode Wohnhaus wieder den Glanz früherer Jahre erhalten. 2005 stehen außerdem zehn Altbauten im Scheunenviertel auf der Sanierungsliste.