Drei Tage nach der illegalen Umbenennung der Mohrenstraße durch Unbekannte verdeckten gestern an der Ecke Wilhelmstraße noch drei Aufkleber mit der Aufschrift "May-Ayim-Straße" - nach einer afro-deutschen Schriftstellerin (1960-1996) - die regulären Straßenschilder. An allen übrigen Querstraßen und am Gendarmenmarkt wiesen die Hinweisschilder indes den offiziellen Namen Mohrenstraße aus, den die PDS-Fraktion in Mitte und die Liga für Menschenrechte für rassistisch halten und geändert sehen möchte.
Unter den Passanten sorgt dies kaum für Aufregung. Der Berlin-Tourist Don Handelman aus Jerusalem konnte dem "Streich" gar etwas Positives abgewinnen. "Ich freue mich, das hier zu sehen." Es komme jedoch auf den Zusammenhang an, in dem der Begriff Mohr benutzt werde, und dies müsse nicht immer rassistisch sein, meinte er.
Die Straßenschilder waren in der Nacht zu Freitag überklebt worden. Auch einer von zwei U-Bahn-Eingängen war am Sonntag noch weiß auf blau mit "May-Ayim-Straße" gekennzeichnet.
pol