Saudi-arabische Schule geplant

Ein Bürogebäude am Fürstenbrunner Weg 6 soll in eine "König-Fahd-Privatschule" umgebaut werden. Das Bauamt bearbeitet einen Antrag, über den Antragsteller schwiegt sich das Amt aus "Datenschutzgründen" aus. Gemunkelt wird aber vom Staat Saudi-Arabien. Andreas Koska (Grüne) kritisiert mit Blick auf die umstrittene König-Fahd-Akademie in Bonn, dass der Bezirk die Einrichtung überhaupt genehmigt: "Es könnte eine Brutstätte fundamentalistischer Islamisten werden, bei der der schulische Rahmen als Feigenblatt dient."

Aus baurechtlicher Sicht sei der Antrag vermutlich genehmigungsfähig, sagte Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU). Das Bezirksamt habe aber wegen allgemeiner Sicherheitsbedenken die Senatsinnenverwaltung beteiligt.

Geplant ist eine Schule für Kinder saudi-arabischer Nationalität. 100 Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis 16 Jahren sollen dort beschult werden. Vorgeschichte: Die Mitte der 90er-Jahre vom saudischen König Fahd in Bonn gegründete Schule war bundesweit wegen islamistischer Aktivitäten im Umfeld und fundamentalistischer Tendenzen ins Zwielicht geraten. Aus außenpolitischen Gründen und Sorge um die deutschen Schulen in Saudi-Arabien war eine Schließung verhindert worden.

Das Schulministerium in Nordrhein-Westfalen hat jetzt sogar die Schulbücher der Privatschule übersetzen lassen, um gerichtlich beweisen zu können, dass die Lehrinhalte eine radikal fundamentalistische Weltsicht vermitteln. Diese soll zumindest Kindern, die dauerhaft in Deutschland leben, nicht vermittelt werden. Ihnen soll der Besuch der Fahd-Akademie nicht mehr genehmigt werden. "Die Schule unterliegt als Auslandsschule aber nicht der deutschen Schulaufsicht. Das ist auch in Ordnung für Kinder von Diplomaten, die sie nur vorübergehend besuchen, aber bei den anderen werden wir die Ausnahmegenehmigung zurückziehen", sagte Nina Schmidt, Referentin im nordrhein-westfälischen Schulministerium. Die Sicherheitsbehörden auf Bundes- und Landesebene äußern sich zur König-Fahd-Akademie sehr zurückhaltend. Henrike Morgenstern, Sprecherin der Senatsinnenverwaltung, verwies gestern darauf, dass die Zulassung von Schulen nicht in die Zuständigkeit der Sicherheitsbehörden falle. Zurückhaltung üben auch die Sicherheitsbehörden in Nordrhein-Westfalen. "Wir hätten die Einrichtung in Bonn gern noch etwas näher unter die Lupe genommen. Aber die Geschichte ist auf höchster politischer Ebene gestoppt worden", sagte ein Staatsschützer des Düsseldorfer Landeskriminalamtes. Am Ball bleiben hingegen die Verfassungsschutzbehörden. Sowohl das Bundesamt als auch das nordrhein-westfälische Landesamt hätten die König-Fahd-Akademie weiterhin im Visier, so ein Verfassungsschützer. Ein Fall wie in Bonn - ein Lehrer der Fahd-Akademie hatte zum "Heiligen Krieg" aufgerufen - sei in Berlin aus Botschaftsschulen bislang nicht bekannt geworden.