Neukölln

Projektteam kontrolliert in Lokalen den Jugendschutz

Neukölln setzte auf Aufklärung, Einsicht und Kontrolle im Kampf gegen Alkoholmissbrauch von Jugendlichen. Seit einem Vierteljahr sind Teams im Auftrag des Gesundheitsamtes und der "Kein Alkohol für Kinder Aktion" - kurz "Kafka" genannt - im Bezirk überall dort unterwegs, wo Alkohol verkauft wird.

Gesundheitsstadträtin Stefanie Vogelsang (CDU) hat jetzt eine erste Bilanz gezogen.

Die Kafka-Mitarbeiter haben in den drei Monaten 805 Kneipen, Restaurants, Internet-Cafés, Kioske und Geschäfte auf die Einhaltung der Jugendschutzgesetze kontrolliert. In knapp 500 Einrichtungen hingen die Jugendschutz-Bestimmungen aus oder waren vorhanden. An 407 kontrollierten Orten zeigten sich die Mitarbeiter gut informiert über das Jugendschutzgesetz. Nur in acht Fällen mussten die Kafka-Mitarbeiter einen ungenügenden Informationsstand bescheinigen. In fast allen besuchten Läden prangt jetzt die Plakette "Kafka - ich mach mit" im Schaufenster oder am Tresen.

"Die Aufklärungsarbeit im Rahmen des Projekts ist ein Erfolg", sagte Stefanie Vogelsang. Viele Anbieter alkoholischer Getränke seien bereit, sich auf ein Gespräch über den Jugendschutz, Alkoholmissbrauch und gesundheitliche Folgen einzulassen. "Wir wollen aufklären und die Mitarbeiter in den Läden für Probleme wie Drogenmissbrauch sensibilisieren", sagt Stefanie Vogelsang. Der Ansatz sei rein präventiv und auf eine nachhaltige Wirkung bedacht.

Begrüßt wird die Aktion von der Fachstelle für Suchtprävention in Berlin. "Kafka ist ein herausragendes Konzept und beispielgebend für die anderen Bezirke", sagt die Leiterin Kerstin Jüngling. In einer Studie hätten sie festgestellt, dass zum Beispiel Zwölfjährige ihren Alkohol vor allem in kleinen inhabergeführten Geschäften, am Kiosk oder im Spätkauf, bekommen. Gerade dort sei der persönliche Kontakt zu den Ladeninhabern wichtig.

Die sechs Mitarbeiter des Kafka-Projekts, die vorher arbeitslos waren, wurden von der Fachstelle für Suchtprävention auf ihre neue Tätigkeit vorbereitet. In Rollenspielen lernten sie, Gespräche zu führen und zu argumentieren. Insgesamt zwei Jahre werden sie ganz Neukölln ablaufen und die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen überprüfen. Bezahlt werden sie im Rahmen des Öffentlichen Beschäftigungssektors (ÖBS).