Neukölln

Bürgerstiftung Neukölln zeichnet drei Projekte aus

Die Bürgerstiftung Neukölln hat gestern Abend drei Initiativen, die das Zusammenleben im Kiez fördern, mit dem Bürgerpreis 2008 ausgezeichnet. Der erste Preis (1000 Euro) ging an das Gemeinschaftshaus Morus 14 und seine Mentoren, die junge Leute beraten und begleiten.

Mit zwei zweiten Preisen (je 350 Euro) wurden die Lesepaten der Herman-Nohl-Schule und der Rixdorfer Schule geehrt. Den dritten Preis (300 Euro) erhielt der Verein Lesen und Schreiben, der Analphabeten schult.

Die Bürgerstiftung Neukölln bereitet gerade eine neue Aktion vor: Jedes Kind hat eine Begabung - dieser Gedanke steckt hinter dem Projekt "Neuköllner Talente", das von der Aktion Mensch gefördert wird und jetzt anläuft. Es richtet sich an Kinder zwischen acht und zwölf Jahren. Sie bekommen einen Talentpaten zur Seite gestellt, der zwei bis drei Stunden pro Woche ihre Begabungen wie Lesen, Rechnen, Singen oder Musizieren fördert. "Gerade in einem multikulturellen Bezirk, in dem 70 Prozent der Kinder in Armut leben, ist eine frühe Förderung wichtig", sagt Friedemann Walther, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung. Es sei schade, wenn Talente verloren gingen.

Projektleiterin Idil Efe geht an Schulen und in Jugendeinrichtungen auf Kandidatensuche. "Die Kinder können sich selbst vorschlagen", sagt sie. Wichtig sei nur, dass sie ein bestimmtes Interesse hätten. Als Paten hat Idil Efe vor allem Studenten im Blick, die die Funktion eines "großen Bruders" oder einer "großen Schwester" übernehmen, also einer respektierten Vertrauensperson.

Chris Atkins passt in dieses Bild. Der junge Mann aus den USA ist Dozent für Wirtschaft und Politik und einer der ersten Talentpaten. Er kennt das "Big Brother"-Modell aus seiner Heimat. "Kinder brauchen Erwachsene, die Zeit und Interesse haben", sagt er. Er könne sich vorstellen, mit seinem Patenkind Fußball oder Hockey zu spielen oder auch in Museen zu gehen. Mehr zu den Talentpaten unter www.neukoelln-plus.de .