Ring-Center

Bezirksamt gegen Thor Steinar

Das Management des Ring-Centers an der Frankfurter Allee Ecke Möllendorffstraße ist vom Bezirksamt Lichtenberg aufgefordert worden, das Modelabel Thor Steinar aus dem Einkaufszentrum zu verbannen. Die bei Rechtsradikalen beliebte und gefragte Marke wird seit geraumer Zeit in der dortigen "Doorbreaker"-Filiale verkauft.

- "Sollte das nicht bald unterbunden werden", sagte Vize-Bürgermeister Andreas Geisel (SPD), "wird das Bezirksamt zu Demonstrationen und Mahnwachen aufrufen".

Das Center-Management hat sich bisher bei "Doorbreaker" vergeblich bemüht, Thor Steiner loszuwerden. Der Technische Leiter Alexander Moll sagte gestern: "Unsere Bitte, die Ware aus dem Sortiment zu nehmen, stieß auf Ablehnung." Thor Steinar sei zwar nicht gut fürs Image des Centers, so Moll, man könne aber leider nicht eingreifen, da es sich um keinen Verstoß im juristischen Sinne handele. Die Marke sei unabhängig von der politischen Beurteilung nicht verboten.

Die Lichtenberger Jusos planen bereits Aktionen. Gestern Abend sollte darüber beraten werden. Vorsitzende Anne Meyer: "Wir denken daran, die Kunden vor dem Center über die wahren Hintergründe von Thor Steinar aufzuklären." Es könne nicht geduldet werden, in Lichtenberg Marken mit rechtsextremer Symbolik zu verkaufen. Im Oktober hatte das Berliner Landgericht der Räumungsklage eines Hamburger Vermieters gegen den umstrittenen Laden "Tønsberg" an der Rosa-Luxemburg-Straße, der Thor Steinar-Ware anbietet, stattgegeben. Auch in Hamburg und Magdeburg müssen solche Läden schließen.