AK Medienpädagogik meldet Insolvenz an

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Helga Labenski

Der zahlungsunfähige freie Träger "Arbeitskreis Medienpädagogik (AKM)" hat Insolvenz angemeldet.

Mitte/Spandau Der zahlungsunfähige freie Träger "Arbeitskreis Medienpädagogik (AKM)" hat Insolvenz angemeldet. Bis zur Entscheidung über die Eröffnung des Insolvenzverfahrensgegen den Verein hat das Amtgericht Charlottenburg Rechtsanwalt Björn Gehde von der Kanzlei Hilgers & Partner als vorläufigen Insolvenzverwalter eingesetzt.

Der Verein betreut in Berlin zwei Ausbildungszentren für Medienberufe, verschiedene Integrationsprojekte für benachteiligte junge Leute und die Internetarbeit Dutzender Jugendklubs. Für 65 Ein-Euro-Kräfte, die allein in Spandau bei Jugendprojekten des AKM eingesetzt waren, ist der Insolvenzantrag eine Erleichterung. Wie berichtet waren sie seit Dezember nicht mehr bezahlt worden und können nun bei der Arbeitsagentur Konkurs-Ausfallgeld beantragen.

Die Senatsbildungsverwaltung, die die Förderung des AKM mit zuletzt 1,1 Millionen Euro Ende 2006 eingestellt hatte, verhandelt mit dem Pfefferwerk über die Gründung einer Auffanggesellschaft, die die medienpädagogische Arbeit des Vereins mit Sitz an der Gneisenaustraße in Mitte fortführen soll. Im Pfefferwerk-Verbund - einem aus der Umnutzung der alten Brauerei Pfeffer (Prenzlauerberg) zum Kulturzentrum "Pfefferberg" hervorgegangenen soziokulturellen Netzwerk - hat die gemeinnützige Pfefferberg Stadtkultur GmbH Erfahrungen in der Jugendhilfe und bildet ebenfalls junge Leute in Medienberufen aus.

Über den Stand der Verhandlungen war gestern vom Senat keine Stellungnahme zu erhalten. Spandaus Jugendstadträtin Ursula Meys (SPD) rechnet jedoch "jeden Tag" mit einer Einigung über die Auffanggesellschaft. In sechs Jugendklubs hatte der Bezirk mit dem AKM kooperiert. Wegen der Zahlungsunfähigkeit des Vereins ist im Klubhaus Falkenhagener Feld nun das Internetcafé geschlossen. In der auf Medienprojekte spezialisierten Jugendfreizeitstätten "Villa Media" in Hakenfelde hält der Bezirk nach der Pleite mit Honorarkräften ein eingeschränkte Angebot aufrecht.

Wie der Senat habe auch Spandau Ende 2006 die Förderung des Vereins eingestellt, als Zweifel an der ordnungsgemäßen Geschäftsführung aufgekommen waren, teilte Sozialstadtrat Martin Matz (SPD) der Bezirksverordneten-Versammlung auf Anfragen von CDU und Linkspartei.PDS mit. Die für 2007 bereitgestellten 10 000 Euro könnten aber an Pfefferwerk ausgezahlt werden. Das Job-Center Spandau habe AKM aufgefordert, die ausgezahlten Mittel für Ein-Euro-Kräfte zurückzuzahlen, so Matz. Das Center sei aber bereit, einem neuen Träger wieder Ein-Euro-Jobber zu vermitteln.