Treptow-Köpenick: Entlastung für die Altstadt

Radler haben sie längst erobert, Angler desgleichen, aber freigegeben ist sie noch nicht - die Wilhelm-Spindler-Brücke über die Spree. Von Oktober an ist die ersehnte Umfahrung der Altstadt Köpenick möglich. Dann soll die Zeit der langen Blechlawinen, die sich von der Langen Brücke, über Alt-Köpenick und Lindenstraße bis zur Wuhlheide quälen, passé sein.

Wer aus dem Berliner Nordosten kommt und in Richtung Südosten, zum Adlergestell fahren will, kann den direkten Weg von der Straße an der Wuhlheide zur Oberspreestraße nehmen. Bei 51 Mio. Euro liegen nach Angaben von Baustadtrat Dieter Schmitz (SPD) die Gesamtkosten für die neue Spindlersfelder Straße. Die Fahrbahn ist zum größten Teil gegossen, der kombinierte Fuß- und Radweg angelegt, ebenso das Geländer mit blauen Streben, der grüne Mittelstreifen und die Bordsteine. Noch fehlt die Schallschutzwand. Bauleiter Peter Gürgen von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ist mit dem Verlauf der Arbeiten zufrieden. Ein Bronzetafel wird an den Wäschereibesitzer Wilhelm Spindler erinnern. Ein weiterer Blickfang ist vorgesehen: Im Frühjahr 2003 wird ein Rosengarten nahe der Spreebrücke angelegt.

Allerdings bleibt abzuwarten, ob der Verkehr am neuen Ort flüssig verläuft oder ob sich die Staus von der Altstadt nur verlagern. Denn wer den neuen Weg nach Südosten gewählt hat, trifft auf schmale Straßen, die große Fahrzeugströme nicht aufnehmen können: Oberspreestraße und Ottomar-Geschke-Straße. Schon jetzt sind beide im Berufsverkehr häufig verstopft. Eine Lösung ist erst in Sicht, wenn die Spindlersfelder Straße bis zur Glienicker Straße verlängert wird. Doch bis die Pläne dafür bestätigt und die erforderlichen Grundstückskäufe vollzogen sind, dürften noch einige Jahre vergehen.

Dann ist Bauleiter Gürgen nicht mehr dabei. Er schließt jetzt sein letztes großes Projekt ab. Resümee nach 37 Jahren Brückenbau: «Das ist das Schönste, was es gibt. Wenn ich noch mal anfangen würde - dann nur auf diesem Gebiet.»