Friedrichshain: Lärmstreit: Wirte fordern runden Tisch

Im Streit um den abendlichen Kneipenbetrieb rund um die Simon-Dach-Straße ist keine Einigung zwischen Kneipiers und Anwohnern in Sicht. Nach einem Termin bei Baustadtrat Franz Schulz (Grüne) zeigten sich die Interessenvertreter der Gastwirte gestern enttäuscht. «Wir sind vor vollendete Tatsachen gestellt worden», klagt Ayhan Aslan, der an der Grünberger Straße ein Lokal betreibt. Statt gegen «schwarze Schafe» vorzugehen, würden mit der nun von Schulz favorisierten 22-Uhr-Regelung - die umstrittene «6-Stühle-Anordnung» wird gekippt - sämtliche Lokale im Kiez in «Ständehaft» genommen, kritisiert Gastronom Michael Näckel.

Falls künftig draußen um 22 Uhr Schluss sein müsste, befürchten die Gastwirte Umsatzeinbußen zwischen 60 und 80 Prozent. «Von 21 Uhr an könnten praktisch keine Bestellungen mehr angenommen werden», so Näckel. Um den Lärmpegel zu senken, könnten Markisen und schallschluckende Matten angebracht werden.

«Wir sehen uns als Partner für Friedrichshain und die Anwohner», betont Näckel, der einen runden Tisch aller Beteiligten fordert. Doch leider sei nicht bekannt, wer hinter der Anwohner-Initiative «Die Aufgeweckten» steht, die nur über www.kneipenlaerm.de erreichbar ist. Für den Fall, dass das Bezirksamt ihre Forderung nach einem Außenausschankverbot nach 22 Uhr nicht bis Ende August umsetzt, kündigt die Initiative eine Klage vor dem Verwaltungsgericht an.

Die IHK forderte gestern vom Bezirksamt ein «Clearingverfahren» für die Simon-Dach-Straße, dies habe sich auch am Kollwitzplatz bewährt. ha