Kunst und Kommerz beleben ehemalige Industriebrache

Siegfried Kühl hat sein Atelier im Heizhaus. In dem umgestalteten Industriebau aus Stahl, Ziegeln und Glas an der Miraustraße fertigt der Reinickendorfer Künstler Collagen an und malt. Gleich nebenan wummert Musik aus einer Disco. Am anderen Ende der 125 000 Quadratmeter großen einstigen Industriebrache, wo die Bahn ihre Züge reparierte, können sich Motorradfahrer einkleiden. Die «Fun company Louis» ist in ein saniertes Gebäude der früheren Waffen- und Munitionsfabrik gezogen, das sich ebenfalls auf dem Gelände an der Holzhauser Straße befindet. Dazwischen haben sich Supermärkte, die Dekra, ein Polstermöbel-Geschäft und ein Fitnesscenter angesiedelt.

«Factory village» - Fabrikdorf - nennen die Hamburger Projektentwickler von der De Waal Investments (DWI) Grundbesitz mbH & Co das neue Gewerbegebiet mit einem breit gefächerten Branchenmix. 80 Prozent der Fläche konnten bereits vermietet werden, 45 Millionen Euro wurden verbaut, so Projektleiter Wolfgang Köhnk. Nahe den denkmalgeschützten Hallen der früheren Waffen- und Munitionsfabrik ließ die DWI Neubauten für Geschäfte errichten.

Die günstige Lage zur Autobahn mit der Auffahrt Holzhauser Straße hatte das Hamburger Unternehmen 1997 zum Grundstückskauf bewegt. Baustadtrat Michael Wegner (CDU) stand hinter dem Projekt, da es sich städtebaulich gut in den industriellen Ring Reinickendorfs einfüge und mehr als 100 Jahre alte Gebäude, wie etwa die Waffen- und Munitionsfabrik, ohne Bezirksmittel saniert werden konnten.

Projektleiter Köhnk zeigt sich zuversichtlich, dass auch die restlichen Hallen im «Factory village» bald vermietet sein werden. hajo