Tanz-Marathon lockt nur vier Paare an

ela Köpenick - Die Ersten gaben am Sonnabend früh um 9 Uhr auf. Sichtlich erschöpft und mit Schmerzen in den geschwollenen Kniegelenken wankten Nina Hellwig (21) und Ronny Plotetzki (19) von der Tanzfläche zum Rot-Kreuz-Sanitäter, um sich massieren und verarzten zu lassen. Die Hausfrau und der Disko-Mitarbeiter hatten sich mit drei weiteren Paaren am Tanzmarathon im «Strandhaus Rahnsdorf» am Fürstenwalder Damm beteiligt und sich mit kurzen Unterbrechungen neun Stunden lang bewegt. Den Dauertänzern war pro Stunde nur eine Viertelstunde oder maximal vier Stunden pro Tag Verschnaufpause vergönnt.

Der groß angekündigte Wettstreit in der Köpenicker Disko am Müggelsee-Ufer fand am Freitagabend trotz vieler Sponsoren und eines ansehnlichen Gewinns - ein Mazda-Van und 5000 Euro - wenig Resonanz bei Besuchern und Teilnehmern. Dabei ging es doch um einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde und darum, einen Weltrekord zu brechen.

Der noch amtierende Weltmeister im Dauertanzen heißt Horst Todt (76). 1952 holte sich der Trebbiner, damals passionierter Rock-'n'-Roll-Tänzer, mit seiner Tanzpartnerin und heutigen Ehefrau Roswitha in Berlin den Titel. Historische Bestmarke: 318 Stunden und 47 Minuten. Fast 14 Tage lang bewegten sie sich im Scheinwerferlicht auf der Tanzfläche. Das muss ihnen erst einmal einer nachmachen. Todt eröffnete jetzt den Tanz-Marathon mit einer flotten Rock-'n'-Roll-Einlage - natürlich mit seiner Roswitha. «Wir lebten damals gesünder als die Jugend von heute», sagt der Weltmeister.

Bis zum Redaktionsschluss bewegten sich immer noch drei Paare im Zeitlupentempo auf der Tanzfläche.