Immobilien

Besetzer sollen Miete zahlen

Die Besetzer im Südflügel des Hauses Bethanien am Mariannenplatz sollen Miete zahlen. Vom Bezirksamt war beabsichtigt, dass schon zum 1. September ein Vertrag abgeschlossen wird. Doch die Gespräche laufen noch. Am Freitag solle es zur abschließenden Runde kommen, sagt Dieter Ruhnke, Geschäftsführer der Gesellschaft für Stadtentwicklung (GSE). Sie führt im Auftrag des Bezirksamtes die Verhandlungen mit den Nutzern des Bethanien. Es sei beabsichtigt, dass für die Räume im Südflügel die Miete rückwirkend zum 1. September gezahlt werden soll.

Vor drei Jahren zogen junge Leute aus dem Projekt Yorck 59 in die Räume im Bethanien, nachdem ihr voriges Domizil geräumt worden war. Ruhnke zufolge nutzen sie zwei Etagen im Südflügel, eine davon auch zum Wohnen. Insgesamt handelt es sich um etwa 1570 Quadratmeter. Die Miete einschließlich der Heizkosten soll Ruhnke zufolge 6,47 Euro je Quadratmeter betragen, also etwa 10 000 Euro im Monat. Man habe vom Verein, den die Besetzer gebildet haben, einen Businessplan verlangt, aus dem hervorgeht, wie sie diese Summe aufbringen wollen. "Uns wurde ein Papier vorgelegt, mit dem wir jedoch nicht einverstanden sind", sagt der GSE-Geschäftsführer. Nun soll der Verein einen überarbeiteten Plan vorlegen. Wohnen soll im Südflügel künftig nicht mehr zulässig sein. Die Räume, die früher das Sozialamt nutzte, werden als Gewerberäume eingestuft. Die Initiative Zukunft Bethanien kritisiert, dass durch die hohe Miete die öffentliche Nutzung des Hauses im Sinne des erfolgreichen Bürgerbegehrens von 2006 verhindert werde.

Auch mit den langjährigen Mietern im Bethanien, dem Künstlerhaus Bethanien und der Druckwerkstatt des Kulturwerks im Berufsverband Bildender Künstler, will die GSE neue Verträge abschließen. Die Miete wird höher sein als die bisherige. In Bezug auf die Druckwerkstatt werde es ein Gespräch mit der Senatskulturverwaltung geben, die die Werkstatt fördert, sagte Ruhnke. Beim Künstlerhaus Bethanien sei alles offen, sagt dessen Geschäftsführer Christoph Tannert. Über die neuen Mietkonditionen müssten zunächst die Gesellschafter des Künstlerhauses beraten.