Badeverbot für Halen- und Grunewaldsee

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Marianne Rittner

Schwimmen soll im Halen- und Grunewaldsee künftig verboten werden. Das sieht die neue Badegewässerverordnung des Senats vor, die gestern dem Rat der Bürgermeister vorgestellt wurde. Eine abschließende Stellungnahme der Verwaltungschefs ist in vier Wochen zu erwarten.

Grund für das Badeverbot ist die schlechte Wasserqualität. Vor allem bei starken Regenfällen gelangt ein Teil der Straßenabwässer aus der Kanalisation per Überlaufklappen in den Halensee. Deshalb musste das Strandbad mehrmals gesperrt werden. "Es ist zu erwarten, dass die Wasserqualität dort künftig nicht mehr den strengen Normen der Europäischen Gemeinschaft entspricht", begründet Wolfgang Bergfelder von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Bei der Überarbeitung der Berliner Badeverordnung habe man sich deshalb dafür entschieden, Halen- und Grunewaldsee aus der Liste der Badegewässer zu streichen.

Auch der Grunewaldsee werde bei starken Regengüssen über die Zuflüsse aus Diana- und Hundekehlensee sowie den Hundekehlegraben zu stark mit Schadstoffen und Bakterien angereichert. Bergfelder: "Wenn wir bei der Wasserqualität für Badeseen die EU-Richtlinien nicht einhalten, drohen erhebliche Geldbußen." Um das zu vermeiden, will die Senatsverwaltung auch den Grunewaldsee mit Badeverbot belegen. Durch das Badeverbot könne sich dort der Uferbereich wieder regenerieren. Dadurch bestünde Hoffung, dass sich die Wasserqualität verbessert.

Das Aus für den Halensee muss nicht für immer sein. Bergfelder: "Sollte sich die Wasserqualität erheblich bessern, können wir das Verbot wieder aufheben. Jedoch hat er nur geringe Hoffung, dass der Einbau einer Filteranlage am Zufluss des Halensees die Probleme durch Starkregen dauerhaft beseitigt. "Der See müsse auch noch entschlammt werden. Denn im Sediment haben sich ebenfalls Schadstoffe abgelagert", sagte Bergfelder. Wegen der Haushaltsnotlage sei dafür aber kein Geld vorhanden.

Die Berliner Bäder-Betriebe zeigten sich gestern überrascht. Vorstandsmitglied Michael Schenk: "Wir müssen prüfen, welche Konsequenzen das Badeverbot hat. Wenn der Senat die Verordnung so ändert, können wir das Strandbad Halensee 2004 nicht mehr öffnen." Dann stelle sich die Frage: Was passiert mit dem Grundstück?