Hoffnung für die Königskolonnaden

Die kostenlosen Open-Air-Konzerte "Jazz an den Kolonnaden" waren der Schöneberger Hit dieses Sommers. Sie lockten Hunderte - darunter auch viele Kiezfremde - zu den ältesten Säulengängen Berlins im Kleistpark an der Potsdamer Straße. Doch die einst prächtigen Königskolonnaden sind marode und dringend sanierungsbedürftig.

Es gibt aber einen Lichtblick: Das Bauwerk wurde jetzt ins Förderprogramm der Stiftung Denkmalschutz aufgenommen. "150 000 Euro hat uns die Stiftung für die Restaurierung in Aussicht gestellt", sagt Bezirksbürgermeister Ekkehard Band (SPD). Das ist allerdings nur ein kleiner Teil der Summe von insgesamt 2,14 Millionen Euro, die benötigt wird, um die Säulengänge vor dem Verfall zu retten. Für das Jahr 2004 ist dennoch eine Sanierung der Kolonnaden durch den Bezirk vorgesehen.

Die Königskolonnaden von Carl von Gontard, die in den Jahren 1777 bis 1780 zusammen mit der Königsbrücke errichtet wurden, standen damals an der heutigen Rathausstraße in Mitte. In den Jahren 1910/11 wurden sie wegen des Baus des Wertheim-Kaufhauses nach Schöneberg versetzt. Die reich verzierten Kolonnaden sind eines der bedeutendsten Berliner Bauwerke aus der Übergangszeit vom Rokoko zum Klassizismus.

Trotz ihres Zustandes boten sie im Sommer die perfekte Kulisse für Jazzkonzerte. Den Kleistpark als "Location" hatten Stadtentwicklungs-Stadträtin Elisabeth Ziemer (Grüne) und die Koordinatorin des Quartiermanagements, Gisela Gut, entdeckt. "Die Konzerte im Grünen mit Blick auf Kammergericht und Kolonnaden haben mich echt überrascht. An der Potsdamer hatte ich so etwas nicht erwartet", sagt Jazzfan Johnny Steinbach.

Wer für den Erhalt der Kolonnaden spenden möchte, kann sich unter Tel.: 75 60 24 12 melden. Für eine Spende von 20 Euro erhält man eine Urkunde. Eine Broschüre zur Geschichte gibt es für 5 Euro in den Bürgerämtern - der Erlös ist ebenfalls für die Sanierung bestimmt. Experten der TU führen heute um 13 Uhr durch die Kolonnaden.