Friedrichshain-Kreuzberg

Kampf um die raren freien Flächen

Im Hinterhof an der Kreuzbergstraße 12 hat sich für die Mitglieder der Baugruppe "Haus&Hof" den Traum vom grünen, familienfreundlichen Wohnen mitten in der Stadt verwirklicht. Sieben Familien bewohnen seit kurzem die Reihenhäuschen.

Gestern besuchte die Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer (SPD) die kleine Wohnanlage. Und versprach, sich für das Zukunftsmodell "Bauen in der Gruppe" einzusetzen.

"Baugruppen sorgen dafür, dass Familien mit Kindern in der Innenstadt wohnen bleiben", sagte die Senatorin. Der Senat, der sich beim Liegenschaftsfonds dafür eingesetzt habe, dass fünf innerstädtische Grundstücke zu Festpreisen nicht an den Meistbietenden, sondern an eine Gruppe mit guten Wohnkonzepten vergeben werde, wolle weiter dafür sorgen, dass Baugemeinschaften eine Chance bekämen. Das Bieterverfahren für vier der Grundstücke ist bereits abgeschlossen. Die genaue Zahl der Bieter konnte der Liegenschaftsfonds gestern auf Anfrage nicht mitteilen. Das Interesse sei "enorm" gewesen, heißt es.

Oliver Schruoffenegger, haushaltspolitischer Sprecher der Grünen, hält das "Baugruppenkonzept des Senats für gescheitert". Die Unterstützung durch das Land reiche nicht aus, damit sich Baugruppen gegen finanzkräftige Investoren durchsetzen. Im Falle der Kreuzberger Wohnanlage kamen glückliche Umstände zusammen. So hatte der Bezirk Teilgrundstücke im Hinterhof aufgekauft, um dort eine Kita zu bauen. "Dann verabschiedete sich der Bezirk von diesen Plänen, aber die Baugenehmigung blieb erhalten", sagt Architekt Alois Albert, der das Projekt betreut hat.