Kneipenstreit: Mieter wollen Bezirk verklagen

Der Streit um den Lärm an der Simon-Dach-Straße spitzt sich weiter zu. Anwohner der Kneipenmeile wollen gegen das Bezirksamt klagen. Zurzeit wird geprüft, ob gleichzeitig gegen das Verfahren der Vergabe von Sondergenehmigungen sowie für die Einhaltung vorgeschriebener Lärmgrenzen geklagt werden kann. Fest steht, dass mindestens vier Mieter und ein Hauseigentümer vor Gericht ziehen wollen. "Wir brauchen endlich eine Entscheidung", sagen Vertreter der Bürgerinitiative "Die Aufgeweckten", die die "unerträgliche Lärmbelästigung nach 22 Uhr" nicht mehr länger hinnehmen wollen.

"2002 wurde uns vom Bezirk schriftlich zugesichert, dass die 22-Uhr-Regelung eingehalten wird, doch nach wie vor ist hier Nacht für Nacht Remmidemmi. Fast niemand hält sich an die Regelung, die zudem auch nicht kontrolliert wird", empört sich ein Sprecher der Initiative. "Wir denken, dass das restriktive Verhalten des Bezirksamtes viele Wirte regelrecht ermutigt, auch ohne Genehmigung die Tische draußen stehen zu lassen", glaubt der Anwohner, der aus Angst vor Repressalien seitens der Wirte nicht genannt werden will.

"Wir haben die Kontrollen verstärkt; zurzeit laufen zahlreiche Ordnungswidrigkeitsverfahren", entgegnet Baustadtrat Franz Schulz (Grüne). Doch nur mit Bußgeld ist es den Anwohnern nicht getan. "Da lachen doch die Wirte nur drüber. Hier muss um 22 Uhr endlich Schluss mit dem Lärm sein", fordern sie und stehen damit nicht alleine. Das belegt jetzt eine Umfrage, die der Stadtteilausschuss Friedrichshain in der Simon-Dach-Straße durchführte. Danach fühlen sich 52 von 66 Haushalten bei der Lärmproblematik vom Bezirksamt kaum, respektive gar nicht unterstützt. 45 Haushalte gaben an, unter dem Krach zu leiden.

Kneipenstreit im Netz

Weitere Informationen zur Anwohnerinitiative der Simon-Dach-Straße und zur Umfrage unter www.kneipenlaerm.de

sg