Neukölln

Der Hermannplatz soll größer werden

"Aktion! Karl-Marx-Straße" heißt das neue Bündnis aus Händlern, Grundstückseigentümern, Kulturschaffenden und Anwohnern, die die Geschäftsstraße zusammen mit der Verwaltung nach vorne bringen wollen. So ist die 3,2 Kilometer lange Einkaufsmeile nicht nur unter den fünf Gewinnern des neuen 40-Millionen-Programms "Aktive Stadtzentren" zu finden.

Der Bezirk tüftelt seit langem an vielen weiteren Ideen, die Geschäftsstraße zu verschönern - meistens zu Lasten des Autoverkehrs. Umbau und Neugestaltung der Straße mit der Zurückdrängung des Verkehrs sind das erklärte Ziel der Neuköllner Stadterneuerung.

So soll der Hermannplatz für die Fußgänger vergrößert werden, indem der Autoverkehr nur noch auf der Seite des Kaufhauses rollt - mit zwei Fahrspuren pro Richtung und einer Abbiegespur. Auf der dazugewonnenen Seite sollen sich künftig Gastronomen ansiedeln, damit die Aufenthaltsqualität zum Flanieren erhöht wird. Eine mögliche Neugestaltung des Hermannplatzes hätte auch den Vorteil, so Baustadtrat Thomas Blesing (SPD), dass der Unfallschwerpunkt Hermannplatz entschärft würde. Probleme gibt es im Moment vor allem immer wieder beim Abbiegen an den Kopfenden des länglichen Platzes. Ziel sei auch, den querenden Verkehr aus Britz Richtung Kottbusser Damm flüssiger zu gestalten. Die Planer wollen es zudem unattraktiver machen, dort abzubiegen. "Wir sind in der Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Eine Machbarkeitsstudie liegt bereits vor. Aber wir arbeiten noch an weiteren Untersuchungen", so Blesing weiter. Die bautechnische Feinplanung sei für 2009 vorgesehen, 2010 könnte dann Baubeginn sein.

Sanierungsgebiet angestrebt

Offen ist noch, ob die Karl-Marx-Straße - komplett oder in Teilen - inklusive des Hermannplatzes zum Sanierungsgebiet erklärt wird. Sollte es so sein, würde zusätzliches Geld für Umbauten vor allem den Fußgängern eine schönere Umgebung schaffen. SPD, Grüne und Linke haben sich als Zählgemeinschaft schon lange auf das Ziel verständigt, zumindest ein Stückchen Fußgängerzone auf der Karl-Marx-Straße einzurichten. Entweder zwischen Uthmann- und Werbellinstraße zu beiden Seiten des U-Bahnhofs Karl-Marx-Straße, zwischen Werbellin- und Flughafenstraße oder als dritte und mit etwa einem Kilometer längste Variante zwischen Uthmann- und Flughafenstraße. In jedem Fall sollen sich verstärkt Cafés und Restaurants ansiedeln, neue Laternen und Bänke sind mit dem Ausbau verbunden.

Nach Auskunft von Marko Rosteck, Sprecher der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, werde im Laufe des Jahres entschieden, ob die Karl-Marx-Straße inklusive des Hermannplatzes Sanierungsgebiet wird: "Wir prüfen gerade die rechtlichen Voraussetzungen."

Baustart im südlichen Bereich 2009

Möglichst im nächsten Jahr will Baustadtrat Blesing mit dem Umbau des südlichen Abschnitts der Karl-Marx-Straße - zwischen Jonas- und Silbersteinstraße - beginnen. Im Rahmen des Programms "Stadtumbau West" gibt es bereits Bauplanungsunterlagen, die dort umgesetzt werden sollen. Geplant sind jeweils drei Autofahr- und Radspuren.

So schnell wie möglich umgesetzt werden sollen auch die Pläne für die Passage. Im Wettbewerb um eine attraktivere Gestaltung des Durchgangs von der Karl-Marx zur Richardstraße hatte sich das Büro "luna.lichtarchitektur" aus Karlsruhe durchgesetzt. Nach seinen Plänen sollen die Durchgangs-Höfe mit Lichteffekten als Räume inszeniert und die Qualität der Baudenkmale herausgestellt werden.

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