Mitte

Bundeswehr stört sich an fünf Bäumen

Sabine Flatau

Nur wenige Tage nach dem Streit um das Bundeswehr-Gelöbnis am Reichstag gibt es erneut Unstimmigkeiten zwischen dem Verteidigungsministerium und dem Bezirksamt Mitte. Jetzt geht es um fünf junge Bäume an der Hildebrandtstraße in Tiergarten. Das Ministerium und das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung möchten, dass die Gehölze gefällt werden. Denn sie stünden zu dicht an dem Ort, an dem das geplante Ehrenmal der Bundeswehr gebaut werden soll.

Es wird an die 2600 Soldaten erinnern, die seit 1955 im Dienst gestorben sind. Dagegen sieht das Bezirksamt Mitte nach Auskunft von Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) keine Notwendigkeit, die Bäume zu fällen. Dies würde die Baustelle weder besser erreichbar machen noch zur Gefahrenabwehr beitragen. "Durch die Bäume wird der Eingangsbereich für Besucher zu eng", sagt Andreas Kübler, Sprecher des Bundesamtes. Das entspreche nicht der Würde des Ortes. "Das Ehrenmal soll für jedermann frei zugänglich sein." Nun hat Stadtrat Gothe entschieden, dass das Bundesamt die Argumente für die Baumfällung im September im zuständigen Ausschuss der Bezirksverordneten-Versammlung vortragen soll. Aus Sicht von Gothe ergibt sich keine Verzögerung für den Bau des Ehrenmals, weil die Bäume erst nach der Vegetationsperiode gefällt werden könnten. Unterdessen fordert der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, dass der Senat das Verfahren übernehmen soll.

"Wir sind dankbar für das Gesprächsangebot von Herrn Gothe", sagt Andreas Kübler. Der Präsident des Bundesamtes, Florian Mausbach, werde das Vorhaben dem Gremium detailliert vorstellen. Der Baubeginn des Ehrenmals habe sich immer wieder wegen Änderung der Pläne verschoben, sagt Kübler. Es solle direkt an der Grundstücksgrenze des Verteidigungsministeriums zur Hildebrandtstraße errichtet werden. Sollte das Bezirksamt Mitte entscheiden, dass die fünf Bäume stehen bleiben, dann sei es möglich, erneut die Pläne zu variieren. "Dann wird das Ehrenmal ein Stück zurück auf das Grundstück gezogen." Der Grundstein soll noch 2008 gelegt, das Ehrenmal im Frühjahr 2009 eröffnet werden. Die Halle wird 40 Meter lang. Die Baukosten liegen Kübler zufolge zwischen drei und vier Millionen Euro.