Car-Lofts

Fahrstuhl bringt Auto in die Wohnung

"Wozu eine Tiefgarage? Lass uns das Auto mit nach oben nehmen." Diese Idee hatte Architekt Manfred Dick vor fünf Jahren, als er mit dem Bauherrn über ein neues Haus sprach. Nach seinen Plänen entstehen elf sogenannte Car-Lofts an der Reichenberger Straße. Wer dort wohnt, fährt mit dem Auto im Fahrstuhl in die eigenen vier Wände.

Bauherr ist die Topos Paul-Lincke-Höfe GmbH, die das Projekt für rund zehn Millionen realisiert. Das Projekt war im vergangenen Jahr ins Stocken geraten, weil der Generalunternehmer insolvent wurde. Gestern führte der Bauherr den funktionstüchtigen Car-Lift vor. Im Herbst sollen auch die Lofts fertig sein. Die Luxusquartiere sind zwischen 224 und 540 Quadratmeter groß. Jede ist mit einem Etagengarten von 45 bis 60 Quadratmeter ausgestattet. Und mit einer sogenannten Car-Loggia. Sie ist sieben mal vier Meter groß. Etwa zweieinhalb Minuten dauert es, bis man mit dem Auto von der Straße bis auf den Privatparkplatz der Wohnung gerollt ist. Die Zeit im Fahrstuhl verkürzt ein Bildschirm, auf dem Wetterbericht und Börsendaten erscheinen. Von der Wohnung aus kann der Lift für eine vorbestimmte Zeit bestellt werden. Und falls er stecken bleibt, wird mit der Notruftaste die Servicefirma gerufen. Die Kaufpreise der Car-Lofts liegen zwischen 486 000 und 1,6 Millionen Euro. Sechs der elf Lofts seien bereits verkauft, sagt Topos-Geschäftsführer Johannes Kauka.

Das Konzept Car-Loft ist patentiert. Es sei nicht nur für Autoliebhaber gedacht, sagt Architekt Dick. Familien können mit Kindern, Kinderwagen und Einkaufstaschen bis vor die Wohnung fahren. Behinderte steigen vom Rollstuhl um ins Auto. Prominente verlassen im Car-Lift ungesehen ihr Haus.