Architektur

Ostkreuz: Klage für mehr Lärmschutz abgewiesen

Eine letzte Anwohnerklage, die eine Verstärkung der Lärmschutzmaßnahmen beim geplanten Umbau des Berliner S-Bahnhofs Ostkreuz fordert, ist vom Bundesverwaltungsgericht jetzt abgewiesen worden.

Die Bahngleise würden künftig weiter entfernt von dem betroffenen Haus verlaufen als jetzt, sodass der Schienenlärm abnehme, begründete das Gericht gestern in Leipzig seine Entscheidung. Außerdem habe die Lärmbelastung nichts mit dem Umbau des großen Regional- und S-Bahnhofs zu tun, argumentierten die Richter weiter (BVerwG 9 A 5.07 Urteil vom 9. Juli 2008).

In weiteren Streitpunkten hatten sich mehrere Grundstücksbesitzer und die Bahn bereits im Juni geeinigt. Der Bahnhof in Friedrichshain wird für 400 Millionen Euro in den nächsten Jahren komplett neu gestaltet. Das Gericht stellte zwar fest, dass vor dem betroffenen Grundstück, das nordöstlich der Baustelle liegt, trotz hoher Lärmbelastung weder aktiver noch passiver Lärmschutz gewährt worden war. Die Forderungen danach seien aber nicht berechtigt, teilte das Gericht mit, "weil die Gleise von dem Grundstück der Klägerin abrücken und deshalb der Schienenlärm ... abnehme".

In anderen Streitpunkten war die Bahn den Klägern nach deren Aussage bereits im Juni weitgehend entgegengekommen. Lärmschutzwände werden höher gebaut als geplant. Häuser, bei denen während der Bauarbeiten Schäden durch sinkendes Grundwasser befürchtet werden, sollen technisch überwacht werden.

Der Umbau des teilweise verfallenen Bahnhofs Ostkreuz hat bereits begonnen. Bahnsteige, Brücken, Gebäude, Aufzüge und Rolltreppen sollen etwa bis zum Jahr 2016 neu gebaut werden.