Vermittler treffen Klienten

Die meisten Berliner und Brandenburger kommen vornehmlich zum Flughafen Schönefeld, um in ihre Ferienflieger Richtung Süden zu steigen.

Die meisten Berliner und Brandenburger kommen vornehmlich zum Flughafen Schönefeld, um in ihre Ferienflieger Richtung Süden zu steigen. Das Flughafengelände ist aber auch für Leute interessant, die sich möglicherweise gerade keine Reise nach Mallorca, Djerba oder Sardinien gönnen können, weil sie arbeitslos sind und nach einem neuen Job Ausschau halten. Zweimal im Jahr organisiert die Agentur für Arbeit Potsdam in Schönefeld eine Zeitarbeitsmesse. Erst Mitte April präsentierten sich hier rund ein Dutzend Personalleasingfirmen an ihren Ständen. Davon hatten und haben beide Seiten etwas. "Für uns ist es eine sehr gute Gelegenheit, alte Vorurteile gegenüber Zeitarbeitsfirmen, die sich hartnäckig halten, endgültig auszuräumen", sagt Ilona Seidel, Niederlassungsleiterin der Firma Manpower in Königs Wusterhausen. "Ein Vertrag mit einer Zeitarbeitsfirma ist keine berufliche Sackgasse - im Gegenteil", betont sie. "Viele unserer Kandidaten bekommen nach zum Teil langjähriger Arbeitslosigkeit eine Chance, behutsam wieder ins Berufsleben einzusteigen." Zudem komme es immer häufiger vor, dass aus dem "Leihmitarbeiter" am Ende ein unbefristet Angestellter werde.

Auch Renee Ramm, Sprecherin der Arbeitsagentur Potsdam, bekräftigt: "Eine Zeitarbeitsbörse ist eine gute Gelegenheit, sich im zwanglosen Gespräch kennenzulernen. Wer ernsthaft auf der Suche nach einem neuen Job ist, sollte auf jeden Fall eine Kurzbewerbung mit aussagekräftigem Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen mitbringen. Und diese Unterlagen möglichst auch bei mehreren Firmen hinterlassen." Manchmal ergibt sich dann schon direkt vor Ort ein Gespräch, das zeigt, ob man zueinander passt. Außerdem kann man sich an den Ständen der Zeitarbeitsfirmen über vakante Stellen informieren.

Alle Arbeitsagenturen in Berlin und Brandenburg laden ein- oder mehrmals pro Jahr zu Jobbörsen ein. Während auf Veranstaltungen wie in Schönefeld oder Frankfurt/Oder eine größere Bandbreite an Jobs im Angebot ist und sich sogar Zeitarbeitsfirmen aus Süddeutschland und aus dem Ausland präsentieren, konzentrieren sich die Arbeitsangebote auf kleineren Messen eher auf Jobs in der Fertigung, in der Pflegebranche oder Beschäftigungen als Hilfsarbeiter im Niedrig- und Niedrigstlohnbereich.

Weniger interessant dürften die Messen, - zumindest die im brandenburgischen Umland - für Akademiker sein. "Eine Ausnahme ist hier der technische Bereich", sagt André Schultz, Sprecher der Arbeitsagentur Frankfurt/Oder. "Ingenieure werden bundesweit gesucht. Auch in unserer Region haben sich etliche Firmen angesiedelt, die gut ausgebildete Techniker suchen." Ilona Seidel fügt hinzu: "Auch ältere Arbeitsuchende haben dabei gute Chancen. Denn gerade, wenn es um die Überwachung von Fertigungsprozessen geht, werden Arbeiter mit Erfahrung gesucht."