Zur einer guten Präsentation gehört Dramaturgie

Als Otmar Deubzer kürzlich in Asien einen Vortrag über den Umgang mit Elektronikschrott hielt, überraschte er seine Zuhörer mit einem Bild von Adolph Menzel.

Als Otmar Deubzer kürzlich in Asien einen Vortrag über den Umgang mit Elektronikschrott hielt, überraschte er seine Zuhörer mit einem Bild von Adolph Menzel. "Die Leute haben damit gerechnet, dass ich ihnen zu Beginn schlimme Beispiele aus Indien oder China vorführe", sagt der Umwelttechniker aus Berlin. Mit Menzels Gemälde "Eisenwalzwerk" von 1872 zeigte er dem Publikum, dass die Produktion auch in deutschen Fabriken nicht von Anfang an sicher und sauber war. So etwas weckt Aufmerksamkeit und Sympathie.

"Ein Redner sollte immer Dramaturg sein", sagt Bewerbungscoach Claudia Nöllke. "Wer eine gute Präsentation halten will, muss eine Botschaft haben und sie packend rüberbringen." Die Berufsberaterin aus München rät deshalb: "Es sollte einen Einstieg geben, der neugierig macht, einen Höhepunkt, bei dem es der Redner krachen lässt, und einen überzeugenden Schluss, der den Leuten noch in den Ohren klingt, wenn sie längst zu Hause sind." Auf keinen Fall dürfe sich der Vortragende in Details verlieren. "In der Beschränkung liegt die Kunst", betont Nöllke.

Steht die eigene Argumentationslinie fest, kann sich der Vortragende Gedanken über technische Hilfsmittel, wie

Flipcharts oder Powerpoint machen. Wichtig ist auch, den Blickkontakt zum Publikum nicht über längere Zeit abbrechen zu lassen und gelegentlich Sprechpausen einzulegen. dpa