Volksaufstand

Bundesregierung und Senat gedenken der Opfer des 17. Juni

Bundesregierung und Berliner Senat wollen am Mittwoch gemeinsam der Opfer des Volksaufstandes in der DDR am 17. Juni 1953 gedenken.

Die zentrale Gedenkveranstaltung der Bundesregierung ist auf dem Berliner Friedhof Seestraße geplant. Als Redner werden Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles sowie Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (beide SPD) erwartet. Zusammen mit dem Präsidenten des Berliner Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland (SPD), und Vertretern der Vereinigung 17. Juni 1953 soll dort ein Kranz niedergelegt werden.

„Opfer für die Freiheit“

Bereits zuvor wird Müller gemeinsam mit Vertretern der Opferverbände an einer Kranzniederlegung auf dem Platz des Volksaufstandes von 1953 in Berlin-Mitte teilnehmen. „Die Menschen in Ost-Berlin und der DDR erhoben sich auf jede Gefahr hin. Sie waren bereit, für die Freiheit große Opfer zu bringen“, betonte Müller am Montag im Vorfeld des Gedenktages.

Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 entstand aus dem Protest von Arbeitern gegen die von der SED beschlossenen Erhöhungen der Arbeitsnormen. Nach ersten Streiks und Demonstrationen an den beiden Vortagen im Ostteil Berlins beteiligten sich am 17. Juni bis zu 1,5 Millionen Menschen in mindestens 400 Städten und Gemeinden fast aller DDR-Bezirke an den Protestaktionen. Dabei wurden neben der Rücknahme der Normerhöhungen und einer Verbesserung der Lebensbedingungen auch der Rücktritt der Regierung, freie und geheime Wahlen sowie die deutsche Wiedervereinigung gefordert. Die Proteste waren teilweise so gravierend, dass der Ausnahmezustand verhängt wurde. Tausende sowjetische Soldaten, die in der DDR stationiert waren, schlugen die Aufstände schließlich blutig nieder. Es wurden auch Panzer eingesetzt. Nach Angaben der Bundeszentrale für politische Bildungen forderte der Volksaufstand im gesamten Gebiet der DDR 55 Tote. Rund 20.000 Menschen wurden verhaftet. Im Anschluss an die Verhaftungen gab es Todesstrafen und langjährige Haftstrafen. In der Bundesrepublik war der 17. Juni vor der Wiedervereinigung lange Jahre ein Feiertag.