Verkehr

Lokführerstreik sorgte bei S-Bahn und BVG für Millionenverluste

| Lesedauer: 2 Minuten

Die jüngsten Lokführerstreiks sind den Verkehrsunternehmen in Berlin teuer zu stehen gekommen.

Die zum bundeseigenen Bahnkonzern gehörende S-Bahn Berlin sowie DB Regio Nordost beklagen dabei jeweils Verluste in zweistelliger Millionenhöhe. Doch auch die landeseigenen Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die nicht direkt vom Ausstand betroffen waren, rechnen mit Zusatzausgaben. Allein diese drei Unternehmen müssen nach ersten Schätzungen Einnahmeausfälle von insgesamt rund 25 Millionen Euro verkraften. Der volkswirtschaftliche Schaden dürfte jedoch nach Meinung von Experten um ein Vielfaches höher sein.

„Der Lokführerstreik hat uns rund eine Million Euro pro Tag gekostet“, bestätigte Bastian Knabe, Finanz-Geschäftsführer der S-Bahn, der Berliner Morgenpost. Wenn Züge nicht oder unpünktlich fahren, können die Länder Berlin und Brandenburg als Besteller der Leistung ihre Zahlungen kürzen. Diese „Strafabzüge“ beliefen sich im Vorjahr auf 8,7 Millionen Euro. Wegen der Länge der Arbeitsniederlegungen rechnet die S-Bahn für dieses Jahr mit deutlich höheren Kürzungen. Allein in April und Mai hatte es neun Streiktage gegeben, an denen die S-Bahn nur etwa ein Drittel des Normalangebots fahren konnte. Die S-Bahn Berlin hatte im Vorjahr einen Gewinn von 54,2 Millionen Euro erwirtschaftet. „In diesem Jahr liegen wir noch in den schwarzen Zahlen. Sollte es aber zu weiteren Streiks kommen, können wir auch noch in die Verlustzone rutschen“, sagte Knabe.

Noch höher fielen mit 1,2 Millionen Euro pro Streiktag die Verluste bei der Bahntochter DB Regio Nordost aus. Das in Potsdam ansässige Unternehmen bietet einen Großteil des Regionalbahnverkehrs in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern an, darunter den besonders fahrgaststarken RE1 (Potsdam–Berlin–Frankfurt/Oder) sowie die Linien RE7 und RB14, die Berlins Innenstadt mit dem Flughafen Schönefeld verbinden. Während der Lokführerstreiks konnte DB Regio nur knapp ein Fünftel der Züge fahren, die im Fahrplan stehen. Auch dafür gibt es Vertragsstrafen, die durch Einsparungen etwa beim Stromverbrauch nicht ausgeglichen werden.

Um die Streikauswirkungen zu mindern, hatte BVG mehr Busse und längere U-Bahn-Züge und Straßenbahnen eingesetzt. Der große Fahrgastandrang sorgte zudem für mehr Defekte, vor allem Türstörungen bei der U-Bahn. „Pro Streiktag rechnen wir mit Zusatzkosten von 300.000 Euro“, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz. Es gebe Gespräche mit dem Senat, dass dieser zumindest auf Vertragsstrafen wegen Unpünktlichkeit verzichtet. Weil während der Lokführerstreiks mehr Berliner mit dem Auto unterwegs waren, standen auch BVG-Busse und Straßenbahnen öfter im Stau.

( )