Korruptionsverdacht

Lageso zahlte zu viel für Wohnheime an private Firmen

Der Verdacht, das Landesamt für Soziales und Gesundheit (Lageso) habe private Betreiber von Flüchtlingsunterkünften bevorzugt, hat sich offenbar erhärtet.

Laut einem internen Prüfungsbericht der Innenrevision des Lageso sollen die Firmen PeWoBe und Gierso „überhöhte Rechnungen“ an das Landesamt gestellt haben. Das berichtet die „Berliner Zeitung“ in Bezug auf einen Bericht, der nun Abgeordneten vorliegt. Unklar ist demnach, nach welchen Kriterien das Landesamt ausgerechnet diese Unternehmen beauftragt habe. Weiter sollen die zur Prüfung vorgelegten Akten nicht vollständig sein.

Der Bericht könnte Sozialsenator Mario Czaja (CDU) weiter in Bedrängnis bringen. Wie die Berliner Morgenpost wiederholt berichtet hat, steht seine Behörde seit Monaten in der Kritik. Es geht um die offenkundig undurchsichtige Praxis, nach der seine Behörde die steigende Zahl von Flüchtlingen in Berlin unterbringt. Staatsanwälte, Rechnungshof, Wirtschaftsprüfer und interne Revision ermitteln seit Monaten, warum die Stadt auf unklarer Grundlage Millionen Euro an Betreiber auszahlt hat.