Wassersport

Wer stehen kann, kann auch paddeln

Umfallen, nein, das könne man nicht mit diesen Boards, beruhigt Trainer Christian Hahn. Dazu bräuchte es schon kräftigen Wellengang, aber der kommt am Stößensee ja selten vor.

Hahn gibt jeden Donnerstag am Bootshaus der Technischen Universität eine Einführung in Stand Up Paddling. Dabei steht man auf einem Brett, das breiter ist als beim Surfen, und bewegt sich mit Hilfe eines Stechpaddels über das Gewässer. Aber etwas wacklig ist es für die Teilnehmer dann doch, vom Bootssteg auf das Board zu steigen. Ins Wasser fällt aber tatsächlich niemand.

„Das Schöne am Stand Up Paddling ist, dass es jeder nach ein paar Minuten kann“, erklärt Christian Hahn. Man müsse nur wissen, wie man paddelt, wie man lenkt und notfalls auch halten kann, um nicht mit einem anderen Wassersportler zu kollidieren. Das Tempo bestimmen die Paddler selbst, je nachdem, ob sie es eher gemütlich wollen oder ob sie intensiveren Wassersport betreiben wollen. Ein Hochgeschwindigkeitssport ist SUP, wie ihn – englisch ausgesprochen – die Sportler nennen, allerdings nicht. Wer zehn Kilometer in der Stunde schafft, ist sehr schnell unterwegs, die Normalgeschwindigkeit beträgt eher zwischen vier und fünf Kilometer.

Der 41-jährige Hahn, der eigentlich vom Surfen kommt, ist seit 2008 SUPler. Damals war der Sport zwar schon aus vielen Urlaubsorten bekannt, aber in Berlin noch nicht angekommen. „Da hörte man dann schon mal vom Ufer: Hast wohl dein Segel vergessen“, erinnert er sich. Inzwischen gibt es mehrere Verleihstationen in der Hauptstadt, manche vermieten auch aufblasbare Boards, die sich leichter transportieren lassen und so mehr Flexibilität ermöglichen. Für einen Tag kostet ein Board etwa 50 Euro. Immer häufiger würden inzwischen auch Touristen das Angebot nutzen, um Berlin auf dem Wasser zu erkunden, hat Hahn beobachtet. Wer ein eigenes Board haben will, sollte etwa 800 Euro einplanen, rät er. Dazu kommen noch 100 Euro für das Paddel.

Stand Up Paddling hat seinen Ursprung in Polynesien. Dort bewegen sich Inselvölker seit Jahrhunderten mit Brett und Paddel fort. Populär wurde der Sport seit den 50er-Jahren auf Hawaii. Damals wollten surfende Touristen Fotos von sich haben, aber es gab noch kaum wasserdichte Kameras. Also stellten sich Beach Boys auf die Bretter und fotografierten die Surfer, bis das Paddeln im Stehen zum eigenen Sport wurde.

Einen Einführungskurs in Stand Up Paddling bietet das Wassersportzentrum TU Berlin, Siemenswerderweg 27 in Spandau, am Donnerstag, 4. Juni, 17 und 18.30 Uhr. Anmeldung unter tu-sport.de , Teilnahme ab 25 Euro. Wer die Einführung absolviert hat, kann für eine Saison Boards am TU-Bootshaus kostenfrei ausleihen.