Stadtbild

Kampf für die letzte Bastion der Gaslaternen

World Monuments Fund fordert Erhalt der Standorte

Die Kritik an der umstrittenen Abschaffung der Berliner Gaslampen wird lauter – und internationaler. Der World Monuments Fund (WMF) aus New York hat die Gaslaternen auf die Rote Liste der bedrohten Kulturstätten gesetzt. „Berlin ist die letzte große Bastion für Gaslaternen“, sagte Konstanze von zur Mühlen vom WMF. Deshalb unterstütze die Organisation die Bemühungen, die Laternen zu retten.

Berlin gilt mit derzeit noch rund 36.400 Gaslaternen im Straßenbild als Weltstadt der Gaslampen, rund die Hälfte dieser speziellen Leuchten steht in der deutschen Hauptstadt. Doch der Senat hat beschlossen, die allermeisten von ihnen auf elektrisches LED-Licht umzurüsten, gibt dafür Kosten- und Umweltgründe an. Dagegen hat sich Widerstand formiert, der nun im sogenannten Watch-Day des WMF gipfelte, der am Montagabend im voll besetzten Rathaus Charlottenburg stattfand. Der schottische Historiker Peter Burman verwies auf die Einzigartigkeit des funktionierenden Gaslaternensystems in Berlin. Das „fantastische Erbe“ sollte erhalten werden. Nach Auffassung des Historikers erfüllt das fast 200 Jahre alte immer noch funktionierende System die Voraussetzungen, um als Unesco-Weltkulturerbe erhalten zu werden. Eine Auffassung, die auch Winfried Wolff von der Baukammer Berlin stützt. Deutschland setze bei der Auswahl der Welterbestätten zu sehr auf Baudenkmäler wie Schlösser und andere Gebäudekomplexe.

Der Senat hält dagegen an seinem Plan fest, die allermeisten der bestehenden Gaslampen umzurüsten. Von den ursprünglich 8000 sogenannten Gasreihenlampen existieren derzeit noch 1000. Sie sollen in diesem Jahr umgerüstet werden. Außerdem sollen 600 sogenannte Gasaufsatzleuchten in Neukölln gegen elektrisch leuchtende Laternen ausgetauscht werden. „3300 Standorte bleiben erhalten, das ist nicht nur aus Senatssicht sinnvoll, sondern auch mit dem Denkmalschutz abgestimmt“, sagte Petra Rohland, Sprecherin in der Stadtentwicklungsverwaltung, am Dienstag. „Wir kommen nicht umhin uns anzusehen, wie wir die Straßen energiesparend beleuchten“, so Rohland.