Sicherheit

Polizeischutz für Rocker-Prozess weiter nötig

Der Mordprozess gegen Rocker der Hells Angels wird weiterhin von einem großen Polizeiaufgebot geschützt.

Seit Dezember sind an mehreren Prozesstagen pro Woche durchschnittlich 22 Polizisten rund um das Landgericht Moabit im Einsatz. Das antwortete die Senatsjustizverwaltung auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Tom Schreiber. Beim Prozessbeginn um den Rachemord in einem Wettcafé in Wedding waren es im November im Durchschnitt 73 Polizisten. Im Gerichtsgebäude und im großen Verhandlungssaal werden zusätzlich 15 bis 20 Justizwachtmeister eingesetzt, um Angeklagte und Besucher im Blick zu behalten. Der Prozess wird an diesem Dienstag fortgesetzt.

Nach Kritik an der Einlassprozedur zum Anfang des Prozesses, als Hells Angels die Warteschlange dirigierten, sicherte die Justizverwaltung eine erhöhte Aufmerksamkeit zu. Justiz und Polizei seien „durch den Vorfall für das Problem des ‚Drängelns‘ bei Einlasskontrollen sensibilisiert“ und würden das bei künftigen Planungen berücksichtigen. Mitglieder der Hells Angels hatten Angehörige der Angeklagten einfach an der Warteschlange der Zuschauer vorbeigeschleust, bis die Zuschauerbänke gefüllt waren. Viele früher erschienenen Besucher kamen nicht mehr zu der Verhandlung. Schreiber hatte sich beim Gerichtspräsidenten und der Polizei schriftlich darüber beschwert, dass man den Rockern derart freie Hand lasse und so die garantierte Öffentlichkeit des Prozesses gefährde.

Angeklagt sind zehn Hells-Angels-Rocker und ein weiterer Mann. Einer von ihnen soll im Januar 2014 vor laufenden Überwachungskameras das Opfer erschossen haben.