Kommentar

Widersinnige Politik

Joachim Fahrun über die Verkaufspolitik des Bundes

Was für ein Widersinn: Auch Bundespolitiker klagen über die Mieten-Explosion in den Ballungszentren der Republik, der Bundestag beschließt eine Mietpreisbremse. Aber gleichzeitig führt sich der Immobilienbesitzer Bund auf wie ein Spekulant, der seine Besitztümer möglichst teuer versilbern möchte. Dass eines der letzten bundeseigenen Vorzeigegrundstücke in der deutschen Hauptstadt, das Dragoner-Areal in Kreuzberg, unter dubiosen Umständen verkauft wird, ist skandalös. Niemand scheint zu wissen, was die Erwerber dort vorhaben. Dieser Verhalten ließe sich rechtfertigen, wenn es um eine Ex-Kaserne in der Einöde ginge. Aber mitten in Berlin geht das nicht. Die Stadt wächst und ist auf günstige Wohnungen und Infrastruktur von der Kita bis zur Gewerbefläche angewiesen. Da kann der Bund nicht so tun, als ginge ihn das alles nichts an.